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Emanuel Karl Ehrlich

Persönliche Daten
Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
Mitgliedschaften
Vita
Stellenwert
Werke
Primärquellen
Sekundärquellen
Anmerkungen
Persönliche Daten
* 03.04.1878 - † 01.11.1959
Geburtsort: Dolanky nad Ohri
damaliger Name: Dolanek, Bez. Raudnitz, Böhmen
Land: Tschechien
damaliger Name: Österreich-Ungarn
Sterbeort: Wien
Land: Österreich
Titel: Zivil-Ing.
Religionsbekenntnis: Mosaisch, ab 1899 Evang. AB
Berufsbezeichnung: Architekt und Baumeister
Familiäres Umfeld: Vater: Ludwig E., Kaufmann
Mutter: Therese, geb. Fuchs
Ehe (1910) mit Angela Maria, geb. Supancic (1892-1975)
Kinder: Hildegard (Hilde) Maria Theresia (1910-1979); Harald Christian (*1912), Baumeister
Schwiegersohn: Viktor Weixler (1883-1977), Architekt
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Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
1904Baumeisterprüfung
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Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
1904Baumeisterkonzession
1919Gesellschafter der Fa. Franz Unzeitig & Sohn, fabriksmäßige Erzeugung von Zentralheizungen und Gewächshausbauten
1938Stillegung der Konzession
1945Wiedereintragung
1946Befugnis zum Ziviling. f. Hochbau
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Mitgliedschaften
ab 1910Genossenschaft der Bau- und Steinmetzmeister
um 1925Verein der Baumeister in Wien und NÖ (1926 Schriftführerstellvertreter)
um 1928Österr. Arbeitgeberbund für das Baugewerbe (1928 Vorstandsmitglied)
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Vita
Emanuel Ehrlich wurde 1878 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns im böhmischen Dolanek geboren. Im Alter von 21 Jahren trat er vom Mosaischen Glauben zum Evangelischen Religionsbekenntnis AB über. Wann er nach Wien kam, ist nicht bekannt. Jedenfalls gründete er hier eine Baufirma, nachdem er im Jahr 1904 die Baumeisterkonzession erworben hatte. Im Jahr 1946 erhielt Ehrlich die Befugnis zum Zivilingenieur für Hochbau. Dies lässt zwar auf eine akademische Ausbildung als Architekt schließen, sie ist jedoch in Wien nicht nachweisbar.

Ehrlichs Tätigkeit als Architekt ist nur aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg dokumentiert. Über seinen weiteren Lebensweg bis zum Jahr 1959, in dem er 81-jährig starb, ist nichts bekannt. Ehrlich wurde in der Feuerhalle Simmering bestattet. Seine Firma wurde nach seinem Tod von der Witwe und seinem Sohn als Geschäftsführer weitergeführt.
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Stellenwert
Emanuel Ehrlich war ausschließlich im Wohn- und Geschäftshausbau tätig. Seine Bauten zeichnen sich durch eine schlichte Gestaltung aus und erfuhren durch sparsam eingesetzte Dekorelemente einen zurückhaltend vornehmen Habitus. Fast durchwegs ist das Attikageschoß durch ein markantes Gesims von den darunter liegenden Geschossen abgesetzt, wodurch die Häuser eine wohnliche Proportionalität erlangen. Die Applikationen von zum Teil biedermeierlichen, zum Teil secessionistischen Motiven, die den Einfluss der Wiener Werkstätte erkennen lassen, zeigen Ehrlich als einen Architekt des Übergangs (3, Weißgerberlände 22, 1912). Die selbe Unentschlossenheit zeigt sich auch bei der Konzeption zweier Eckhäuser von Ehrlich. Während das Haus Wien 15, Markgraf Rüdiger-Gasse 24 (1913) mit dem konventionellen dreizonigen Gebäudeaufbau, einem barockisierenden Giebel sowie einer markant abgerundeten Eckausbildung noch in späthistoristischer Gestaltungsweise wurzelt, zeigt das ein Jahr zuvor entstandene Eckhaus Wien 5, Spengergasse 13 (1912) einen scharfkantigen Zusammenstoß der beiden Fassaden. Mit in die Mauer eingeschnittenen, sehr flach abgerundeten Erkern in den äußeren Achsen der Fassaden erhielt die Gebäudeecke eine modernere Betonung.

Insgesamt konnte Emanuel Ehrlich durch die ausgewogene Synthese traditioneller sowie moderner Elemente im damals sehr beliebten Stil der „gemäßigten Moderne“ reüssieren. Seine Werke weisen zwar keine neuartigen Gestaltungsansätze auf, verkörpern aber anschaulich die damaligen architekturästhetischen Ansprüche.
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Werke

WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:
1912Miethaus, Wien 5, Spengergasse 13 / Jahngasse
1912Miethaus, Wien 3, Weißgerberlände 22
1912-1913Miethaus, Wien 15, Hütteldorfer Straße 34
1913Miethaus, Wien 15, Markgraf Rüdiger-Straße 24 / Volkergasse
1914Miethäuser, Wien 15, Costagasse 11-13
1914Miethaus, Wien 15, Schweglerstraße 47-49 / Tellgasse (Bauh., Entw., Ausf.)
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Primärquellen

NACHLÄSSE UND ARCHIVE:
Archiv KAIK; Archiv Baumeisterinnung; WStLA (Verlassenschaftsabhandlung); Feuerhalle Simmering Grabstein und Grabprotokoll; IKG (Matrikenarchiv)
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Sekundärquellen

LITERATUR:
ÖKT 44: G. Hajos: Die Profanbauten des III., IV., und V. Bezirks. Wien 1980

NACHSCHLAGEWERKE:
Achl. III/1; Achl. III/2
Dehio Wien/2 (II.-IX.u.XX.Bez.); Dehio Wien/3 (X.-XIX.u.XXI.-XXIII.Bez.)
A.L. Staudacher: Jüdisch-protestantische Konvertiten in Wien 1782-1914. Frankfurt /Main u.a. 2004
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Anmerkungen
Eingegeben von: Inge Scheidl
Eingegeben am: 01.07.2007
Zuletzt geändert: 06.06.2008
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