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Josef Kornhäusel

Persönliche Daten
Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
Auszeichnungen und Ämter
Mitgliedschaften
Vita
Stellenwert
Werke
Primärquellen
Sekundärquellen
Ausstellungen
Anmerkungen
Persönliche Daten
* 13.02.1782 - † 31.10.1860
Geschlecht: m
Geburtsort: Wien
Land: Österreich
damaliger Name: Habsburger Monarchie
Sterbeort: Wien
Land: Österreich
damaliger Name: Kaisertum Österreich
weitere Namen: Josef Georg
Religionsbekenntnis: Röm. - Kath.
Berufsbezeichnung: Architekt
Familiäres Umfeld: Vater: Johann Georg (1752–1797), Baumeister
Mutter: Anna Josepha, geb. Schweiger (1757–1797)
1.Ehe (1807) mit Friederike Grissberg (ca.1778–1814)
Stiefsohn: Caspar d’Albertas-Balz (1794–1854)
Ziehtochter: Josepha Beschel (*1795)
2.Ehe (1821) mit Eleonore Fischer (1803–1870)
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Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
1793–1795Maurerlehre
1818–1819Studienreise nach Frankreich und Italien
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Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
1804–1846als Architekt tätig
1812–1818fürstl. Liechtensteinscher Baudirektor
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Auszeichnungen und Ämter
1808wirkl. Mitglied der Akademie der bildenden Künste Wien
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Mitgliedschaften
1839nö. Gewerbeverein (Gründungsmitglied)
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Vita
Josef Kornhäusel wurde 1782 in Wien als Sohn des Stadtbaumeisters Johann Georg Kornhäusel geboren. Bereits im Alter von zehn Jahren wurde er von seinem Vater in der Maurerlehre ausgebildet (1795 Freispruch als Maurergeselle). Nach dem Tod seines Vaters (1797) wurde der Baumeister E. Koch Geschäftsführer des Baumeisterbetriebs. Da jedoch auch seine Mutter kurz nach dem Vater verstarb, wurde der väterliche Betrieb stillgelegt. 1804 wurde Kornhäusel dem Baumeister Joseph Reymund als „Zögling“ zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung zugewiesen. Kornhäusel legte jedoch keine Meisterprüfung bei der Zunft ab, möglicherweise aber eine Architektenprüfung an der Akademie, denn 1806 bewarb er sich als Architekt um die von der Akademie ausgeschriebene Architekturlehrkanzel in Krakau. Er gewann die Konkurrenz mit seinem Entwurf für eine Domkirche, verzichtete jedoch persönlicher Umstände wegen auf die Berufung. 1807 erfolgte sein Ansuchen um Aufnahme als Mitglied in die Wiener Akademie der bildenden Künste unter Vorlage des bisherigen Werkkatalogs von sechs Bauten in Wien – darunter als erste bekannte selbständige Arbeit das 1802 entworfene Hotel „Zur Kaiserin v. Österreich“ (heute Kaiserin Elisabeth, Wien 1, Weihburggasse 3) –, in Baden und Schloss Jeutendorf. 1808 wurde ihm die Aufnahme in die Akademie gewährt.

In den Folgejahren ist er mit Aufträgen aus bürgerlichen und aristokratischen Kreisen in Wien, in der heutigen Slowakei und in Baden offenbar so gut ausgelastet, dass er 1811 gegenüber der Wiener Baumeisterzunft auf das ihm zustehende väterliche Baumeistergewerbe verzichtet. 1812 folgte er J. Hardtmuth als Baudirektor des Fürsten Johann I. von Liechtenstein, für den er verschiedene Bauten nach Hardtmuths Plänen fertigstellte (1812 Jagd-Rendezvous in Eisgrub, Mähren, und Kolonnade am Reistenberg, Feldsberg, damals Niederösterreich), und Neubauten wie die Zubauten von Schloss Eisgrub (1814–1817), das Teichschloss (1814–1816) und den Apollotempel (1818–1820) bei Eisgrub sowie den sogenannten Husarentempel (1812/13) in Mödling und das Lusthaus im Wiener Prater (1814–1816) errichtete. In dieser Zeit entstand auch für Baden das Stadttheater (1811/12, 1909 abgerissen) und in Wien eine neue Inneneinrichtung des Theaters in der Josefstadt (1812) sowie das Theater in Hietzing (1816, nicht erhalten).

1817 (nach Hohenbergs Tod) bewarb sich Kornhäusel um die Direktorenstelle der Architekturschule der Wiener Akademie, diese erhielt jedoch Pietro Nobile. 1818 reiste Kornhäusel nach Frankreich und Italien und schied im selben Jahr aus dem Liechtenstein’schen Dienst aus.

1819 kehrte er nach Wien zurück, 1820 begann sein eigentlicher beruflicher Aufstieg mit dem Entwurf von Schloss Weilburg bei Baden, NÖ (1820–1823, 1945 abgebrannt) für Erzherzog Carl. 1827 versuchte Kornhäusel vergeblich eine Wiedereinstellung als fürstlich Liechtensteinscher Architekt zu erlangen. Späterhin zählten die langjährigen Umbauten des Schottenstiftes in Wien 1 (1826–1835) und des Stiftes Klosterneuburg, NÖ (1833–1842) zu seinen wichtigsten Aufträgen.

Der Schwerpunkt von Kornhäusels Tätigkeit lag jedoch im bürgerlichen Wohnhausbau. In der Frühphase dominierten kleinere Familienhäuser (1802–1812), später trat Kornhäusel mit großen Miethausbauten hervor (1823–1833), wobei er einerseits der lokalen Wiener Tradition verpflichtet blieb, andererseits aber einen eigenen Zinshaustypus entwickelte. In diesem Zusammenhang sei das Haus Seitenstettengasse 2 (Wien 1) erwähnt, das er 1824 für Baumeister F. Jägers Familie sowie seine eigene erbaute. Hier fand im sog. Kornhäuselturm sein Atelier Platz.

Kornhäusel war mit Jäger seit Kindheitstagen befreundet; die Familien lebten im selben Haus auf der Laimgrube 24 (heute Wien 6, Linke Wienzeile 4) und Kornhäusel war nur ein halbes Jahr jünger als Franz Jäger jun. Die beiden planten bzw. errichteten auch ab 1823 zwei Häuser, eines an der Rechten Wienzeile 3, Wien 4 und den obengenannten Bau in der Seitenstettengasse 2. Zudem war Kornhäusels zweite Frau Eleonore eine Stieftochter von F. Jäger jun.

Mit der öffentlichen Hand hatte Kornhäusel wenig Glück: Im Bereich des Verwaltungsbaues findet er keinen Anklang mit seinen am bürgerlichen Wohnhausbau orientierten Entwürfen, so wurden z.B. seine Pläne für das Niederösterreichische Landhaus (1828–1831) abgelehnt. Er blieb daher auch in den späteren Jahren weitgehend mit der Errichtung von Zinshäusern in Wien tätig, ansonsten erbaute er einige Villen in Baden und Mödling (darunter 1846 seine eigene in Hinterbrühl) nahe Wien.

Während seiner Tätigkeit pflegte Kornhäusel immer wieder Kontakte mit dem Hochadel, wie seine unlängst erforschten Bauaufträge u.a. von Haugwitz, Viczay, Eltz und die schon bekannten von Erzherzog Carl, Liechtenstein, Esterházy und Geniceo beweisen. Es ging hauptsächlich um Umbau- und Ausbauarbeiten bei ländlichen Residenzen. Nach 1848 war Josef Kornhäusel nicht mehr tätig bzw. ist eine Bautätigkeit nicht nachweisbar, doch beteiligte er sich noch 1855 am Wettbewerb für den Neubau der k.k. privilegierten Nationalbank (dem heutigen „Palais Ferstel“). Er starb im 78.Lebensjahr in Wien.
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Stellenwert
Josef Kornhäusel war einer der wichtigsten österreichischen Architekten der Zeit vor 1848. Doch gerieten Person und Werk Kornhäusels im Historismus weitgehend in Vergessenheit. Seine bis heute nicht abgeschlossene „Wiederentdeckung“ setzte erst am Anfang des 20.Jh.s ein: P. Tausig (1916) präsentierte Kornhäusels Œuvre vor allem in Baden abseits der bis dahin bekannten Werke (z.B. Schloss Weilburg, Theater i.d. Josefstadt und Wiener Synagoge). Der 1965 von H. Herzmansky präsentierte Werkkatalog in ihrer (unveröffentlichten) Dissertation war der Ausgangspunkt für eine ausführlichere Beschäftigung mit Kornhäusel in den 1970er und 1980 Jahren, wobei durch Rizzi und Schachel mit der Entdeckung vieler neuer Projekte und Realisierungen eine gründliche Untersuchung von Kornhäusels Verdiensten für die Entstehung des Wiener Zinshauses erfolgte und die großen Ausstellungen in Wien und Baden 1987 und 1988 Gelegenheit zur publikumswirksamen Darstellung seines Œuvres gaben. In jüngster Zeit schließlich recherchierte B. Nezval Kornhäusels Tätigkeit im Villen-, Schloss- und Theaterbau, unter Einbeziehung seiner Werke in Mähren und Schlesien (Nezval 2008, 2010), und P. Prokop konnte durch die Auswertung von Kornhäusels Korrespondenz die Biographie des Architekten ergänzen und Hinweise auf bisher unbekannte Werke geben (Prokop 2012).

Schon am Beginn seiner Tätigkeit setzte sich Kornhäusel insbesondere mit Theaterbau und Lust- bzw. Landschaftsarchitekturen auseinander. Bei seinen Theaterfassaden löste er den Widerspruch zwischen klassizistischer Formulierungen und biedermeierlicher Intimität, indem er den bislang üblichen Portikus wegließ und den Baukörper durch revolutionsklassizistische Architekturformen definierte. Die Fassade für das Badener Stadttheater (1811–1812) besteht aus einem blockartig ausgeführten Risalit mit Bänderung der Sockelzone und Seitenwänden, während in die glatte Fläche der Mittelfront über dem Portal ein dreiteiliges Fenster in Form eines Palladiomotivs eingeschnitten ist.

Der Husarentempel in Mödling, NÖ, und die Bauten für Eisgrub, Mähren / Lednice, CZ, die in der Zeit als Liechtensteinscher Baudirektor errichtet wurden, sowie Schloss Weilburg zählen zu seinen bedeutendsten und den interessantesten Leistungen in den drei ersten Jahrzehnten des 19.Jh.s überhaupt. Schloss Weilburg bei Baden, NÖ (1820–1823) ist als Hauptwerk Kornhäusels zu bezeichnen und war bis zur Zerstörung nach dem Zweiten Weltkrieg eines der bedeutendsten klassizistischen Schlösser Mitteleuropas. Kornhäusel formulierte eine ungewöhnliche Synthese barocker und revolutionsklassizistischer Tendenzen: Über einer barock inspirierten Grundrissgestaltung entstanden klar voneinander abgesetzte Baublöcke. Der Bau erstreckte sich so, dass seine nach Norden gewendete, weithin sichtbare Front als geschlossener, mit hohen, unkannelierten Säulen versehener Kubus des Haupttrakts hervortrat, während seitlich niedrigere Flankenbauten anschlossen, die zu vier turmartigen Eckpavillons überleiteten. Inspirationsquelle für die gewaltige Außenerscheinung war die Gartenfront des Schlosses Esterházy in Eisenstadt, 1795–1805 von C. Moreau erbaut. Dazu kam eine am bürgerlichen Wohnhaus orientierte Innenaufteilung, deren Einrichtung bis ins kleinste Detail von Kornhäusel selbst entworfen wurde. J. Klieber arbeitete als Bildhauer mit. Ähnlich dokumentieren die Umbauten des Palais Erzherzog Albrecht (heute Albertina) auf der Augustinerbastei in Wien (1822–1824) für denselben Bauherrn das Einsickern der damaligen bürgerlichen Grundhaltung auch in die Wohnraumgestaltung der Adelspaläste.

Kornhäusels Haupttätigkeit betraf über die Jahrzehnte den bürgerlichen Wohnhausbau, den er mit einem eigenen Zinshaustypus bereicherte. Bevor von den folgenden Generationen sein Schaffen vergessen wurde, genoss Kornhäusel noch das Interesse von L. Förster, der als erster die bahnbrechende Wirkung seiner Wohnhäuser für die Entstehung des Wiener Miethauses der zweiten Hälfte des 19.Jh.s erkannte. Kornhäusel brachte die Gestaltungsprinzipien des strengen Mietshauskonzepts der Zeit um 1800 mit den Schmuck- und Gliederungselementen der kleinen Wohnhäuser in Einklang. Barocke Gliederungsschemata wurden eliminiert, die rangmäßige Gleichheit aller Fassadenteile wurde zum Prinzip erhoben, der Mietshauscharakter sollte nicht verschleiert werden.

Das späte Schaffen Kornhäusels wird von einer gewissen Reserviertheit gegen allzu fortschrittliche Tendenzen charakterisiert, wobei Herzmansky (1964) und andere Forscher die Möglichkeit einer Art künstlerischer Erschöpfung erwogen, was jedoch von Rizzi/Schachel (1979) entschieden in Abrede gestellt wurde. Die typische Meisterschaft Kornhäusels bei der Entwicklung der Grundrissordnung bewährte sich insbesondere auch bei schwierigsten Parzellen. Bei der Gestaltung der meist fünfgeschossigen Fassaden versuchte er die problematischen Dimensionen in immer neuen Ansätzen zu meistern, ohne den romantischen Neigungen des Historismus nachzugeben (fünf der späteren Zinshäuser Kornhäusels prägten bis zur Regulierung der Inneren Stadt um 1900 das Bild der Rotenturmstraße). Ein Zitat (Wurzbach 1864) charakterisiert treffend Kornhäusels Werk: „Die angeführten Arbeiten lassen in Kornhäusel einen Mann von Geschmack und künstlerischer Ausbildung erkennen, der noch nicht die Utilitätsrichtung des modernen Kasernenstyls einschlug, welcher in geschmackloser Weise so viele Bauten Neu-Wiens entstellt.“

Kornhäusel setzte sich auch mit dem für die Zeit noch außergewöhnlichen Thema eines Synagogenbaues auseinander. Der israelitische Tempel in der Seitenstettengasse (1825–1826) repräsentiert seine bedeutendste Leistung im Bereich der Sakralarchitektur. Dabei konnte er nicht auf eine kanonische Sakralbauform zurückgreifen, sondern musste sich in verschiedenen Vorstudien bis zur ausgeführten Variante durchringen. Es entstand ein ovaler, von einer Kuppel überspannter und durch eine Laterne erleuchteter Raum, den eine nicht bis zur Decke reichende Säulengalerie umzieht. Wie bei Fischers Winterreitschule in der Hofburg und Moreaus Saalentwurf für Eisenstadt dienen die Säulen als Träger eines Balkons.

Ein weiteres, für Österreich neues, von Kornhäusel im Sauerhof in Baden (1820–1921) realisiertes Thema ist die Integration von Hotel-, Restaurant- und Badebereich zu einer architektonisch gelungenen Gesamtanlage.

In die letzte Phase seines Schaffen fallen die Klosterbauten, bei denen es sich vor allem um Adaptierungen handelte. Die sakrale Bautätigkeit hatte zu Beginn des 19.Jh.s einen Rückgang erlebt; danach waren es Klöster und Stifte, die zur Erhöhung von Mieteinnahmen ihre Gebäude ausbauten und sich dafür des konservativen Klassizismus Kornhäusels bedienten: in diesem Bereich wurde er immer wieder dem moderneren Karl Roesner vorgezogen. Kornhäusels Verbundenheit mit barocker Tradition und seine auf Synthese beruhende Gestaltungsweise zeichneten ihn für diese Aufgaben aus.

Umfangreiche Aufgaben stellte der Komplex des Schottenstiftes dar (1826–1835). Auch bei diesem ausgedehnten Gebäude, das auch eine Fülle von Wohnungen birgt, steht beim Außenbau die Gliederung der langen Fassadenflächen unter dem gleichen Gesetz, dem auch der bürgerliche Wohnhausbau unterworfen ist: die Höhe des Blocks wird immer noch im Sinne alter Fassadengestaltung durch Unterteilung und Gliederung der Sockelzone bewältigt; Lünetten und frei an die Wand applizierte dekorative Motive bewirken eine Belebung. Nur an der Hauptfront wird der Mittelrisalit durch eine ionische Pilastergliederung und einen mächtigen Dreiecksgiebel akzentuiert. Mit dieser Formulierung zeigte Kornhäusel den Weg, Riesenordnungen mit Giebel auch über große Hausfassaden zu legen. Monumental und in nahezu revolutionsklassizistisch radikalen Formen präsentiert sich dagegen der Portikus im Haupthof des Schottenstiftes. Der aus vier glatten ionischen Säulen gebildete Vorbau ist der eigentliche Klostereingang.

1834 erhielt Kornhäusel den Auftrag, den als Torso aus dem 18.Jh. überkommenen Stiftsbau von Klosterneuburg, NÖ, fortzuführen, eine Aufgabe, die er erfolgreich löste; dem klassizistischen Architekten gelang es mit erstaunlichem Einfühlungsvermögen, dem im zweiten Viertel des 18.Jh.s begonnenen Projekt einen befriedigenden Abschluss zu geben. Nach der Beendigung der Tätigkeit in Klosterneuburg (1842) zog sich Kornhäusel zunehmend ins Privatleben zurück.

Kornhäusel wird oft als der führende Repräsentant der Wiener Biedermeierarchitektur bezeichnet. Wie Wagner-Rieger (1970) betonte, gelang es ihm, in der Verbindung revolutionsklassizistischer und neoklassizistischer Elemente ein gewisses Maß zu halten. Die Entschärfung der Monumentalität und die Anknüpfung an die Lokaltradition, die einerseits für die bürgerliche Wohnhausarchitektur von Vorteil und Bedeutung waren, bieten andererseits vielleicht aber auch die Erklärung dafür, dass er bei der Bewerbung als Direktor der Architekturschule der Wiener Akademie hinter Nobile zurückstehen musste, oder dass der Auftrag für den Neubau des Niederösterreichischen Landhauses nicht ihm, sondern A. Pichl zufiel.
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Werke

WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:
1802Hotel „Zur Kaiserin v. Österreich“ (heute Kaiserin Elisabeth), Wien 1, Weihburggasse 3
um 1803Haus Hebenstreit (sog. Metternichhof), Baden, Theresiengasse 10, NÖ
1804Haus Öfferl, Wien 3, Rennweg 56
1804ehem. Landhaus Jenamy, Wien 16, Ottakringer Straße 235 (Adaptierung; nach 1945 vereinfacht; 2008 Restaurierung u. Umgestaltung)
1807Schloss Jeutendorf (2. Bauphase 1824), Maria Jeutendorf, NÖ
1810Haus Jäger (sog. Erzherzog-Karl-Haus), Baden, Theresiengasse 8, NÖ
1810Pläne für Wiederaufbau des Stadthauses Esterházy in Pressburg /Bratislava SK (Lage nicht identifiziert) und Ausbau des Landsitzes Esterházy in Klein-Magendorf / Maly Mager, heute Gemeinde Novy Zivot, SK
1810–1811Haus Esterházy, Baden, Theaterplatz 1, NÖ (Wiederaufbau nach Brand 1812 nach verändertem Plan)
1812Jagdschloss Pohansko, Lundenburg, Mähren / Breclav CZ (Fertigstellung, begonnen durch J. Hardtmuth)
1813Villa Aichelburg, Baden, Helenenstraße 19–21, NÖ (nicht gesichert)
1814–1816Teichschlösschen, Eisgrub, Mähren / Lednice, CZ
1815–1816Umbau des Hauses Rosenbaum (Portal), Wien 1, Ledererhof 9
1816Gartenhaus Rosenbaum, früher Wien 4, Kolschitzkygasse (1825 durch H. Koch aufgestockt, nach 1945 abgebrochen)
1816Stallgebäude für Gräfin Viczay in Pressburg / Bratislava, SK (Lage nicht identifiziert)
1816–1817ehem. Villa Florastöckl, Baden, Frauengasse 5
1817sog. Kornhäuselhaus, Wien 2, Praterstraße 35 / Weintraubengasse 4 (Aufstockung und neue Fassade, nicht gesichert)
1817–1818Haus Haan, Baden, Theaterplatz 2, NÖ
1819Schlossmühle, Schlossmühlplatz 2, Wiener Neudorf, NÖ
1819Miet- u. Kaffeehaus Wagner, Wien 2, ehemals Leopoldstadt CNr 588 („An der Donau“, um 1905 abgebrochen)
1819–1821Miethaus Schaumburg, Wien 1, Wollzeile 11 / Essiggasse 1 (verändert)
1820–1821Schloss Liechtenstein, Maria Enzersdorf, NÖ (mit J.F. Engel; nicht gesichert)
1820–1822Sauerhof, Weilburgstrasse 11, Baden, NÖ
1820–1823Schloss Weilburg, Baden, NÖ (nach 1945 abgerissen)
1820–1823ehem. Kavaliershaus der Weilburg, Baden, Weilburgstraße 40–42, NÖ
1822–1825Palais Ehz. Carl, heute Albertina, Wien 1, Albertinaplatz (Umgestaltung)
1823–1826Haus der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien 1, Seitenstettengasse 4 (verändert)
1824Miethaus Jäger/Kornhäusel (Kornhäusel–Turm), Wien 1, Seitenstettengasse 2 / Judengasse 14 / Fleischmarkt 1b
1825Seitenstettenhof, Wien 1, Seitenstettengasse 5 / Rabensteig 5 / Ruprechtsplatz 3
1826–1835Schottenhof (Umgestaltung und Ausbau) und Konventsgebäude der Benediktinerabtei Schotten (Neubau), Wien 1, Freyung 6 / Schottengasse 2 / Helferstorferstraße 2
1827Schloss Haugwitz, Namiest an der Oslawa, Mähren / Namest nad Oslavou, CZ (Umbau im Inneren; Musiksaal)
1827Schloss Schönwald / Senvald, Jeneschau / Jinosov, CZ (Umbau) mit Park und zahlreichen Staffagebauten
1828Göttweiger Hof, Wien 1, Spiegelgasse 9 / Göttweihergasse 2 / Seilergasse 10
1828-1829Stallgebäude beim Schloss Eltz, Wukowar, Kroatien / Vukovar, HR (Erhaltung ungewiss)
1830Gartenpavillon in Hütteldorf bei Wien (heute Wien 14, Linzerstr. 452, um 1930 abgebrochen)
1830Miethaus Liebenberg, Wien 1, Rotenturmstraße 29 (1901 abgebrochen)
1831Marstall im Palais St. Genois d’ Anneaucourt (heute Café des Stadtmuseums), ulica Regera 6, Teschen, österr.Schlesien / Cieszyn, PL (Zuschreibung)
um 1830Schloss Gnojnik, österr. Schlesien / Hnojnik CZ (Zuschreibung)
18311.Miethaus Dittmann, Wien 4, Resselgasse 3–5 / Wiedner Hauptstraße 3 (nicht gesichert)
1832–18332.Miethaus Dittmann, Wien 2, Praterstraße 8 (nach Kriegsschäden 1954 abgerissen)
1833Miethaus Doll, Wien 1, Rotenturmstraße 22 (nach 1945 abgerissen)
1833Miethaus Hoffmann, Wien 3, Beatrixgasse 20
1834Landhaus Liebenberg, Baden, Marchetstraße 3–5, NÖ (Umbau)
1836Miethaus Schmidt, Wien 1, Brandstätte (1900 abgebrochen)
1836Villa Perger, Baden, Gutenbrunnerstraße 1, NÖ
1837–1839Miethaus Arthaber, Rotenturmstraße 19 (1896 abgebrochen)
1838–1839ehem. Ertlsches Stiftungshaus, Wien 1, Rotenturmstraße 13 (1913 abgebrochen)
1838–1840Schloss Erzherzog Carl (heute Musikschule), mit Orangerie (diese 1966 abgerissen und durch Neubau ersetzt), Wirtschaftsgebäuden und Kapelle im Park (Umbau der vorromanischen Rotunde, diese 1941 rekonstruiert), Teschen, österr. Schlesien / Cieszyn, PL
1839 Stiftungshaus der Mechitaristen, Wien 8, Friedrich-Schmidt-Platz 4 /Schmidgasse 2 (Gebäudeteil an der Ecke zur Schmidgasse als Teil des kurz nachher von A. Hoppe erbauten Palais Czernin erhalten)
1840–1841Miethaus Haan, Wien 1, Rotenturmstraße 14
1842Villa Jäger, Baden, Albrechtsgasse 10, NÖ
1845–1846Landhaus Kornhäusel (sog. Grillenvilla), Fürstenweg 31, Hinterbrühl, NÖ (1856 umgebaut)
1846Villa Hofmann, Husarentempelgasse 1–3, Mödling, NÖ (1894 umgebaut)

ÖFFENTLICHE BAUTEN:
1807–1808Zirkus Bach, Wien 2, Prater (1852 abgebrochen)
1811Stadttheater, Baden, NÖ (1900 abgebrochen)
1812Kolonnade auf der Reisten und Dianatempel, Feldsberg, NÖ / Valtice, CZ (Fertigstellung nach Plänen v. Hardtmuth)
1813Husarentempel auf dem Kleinen Anninger, Mödling, NÖ
1814Parktor, Gartenpalais Liechtenstein, Wien 9, Fürstengasse
1814–1818 Apollotempel, Lundenburg, Mähren / Breclav, CZ (fertiggestellt durch J.F. Engel)
1815Gruftkirche Somogyi, heute Pfarrkirche, Dewrenten, Ungarn / Döbrönte, H
1816Hietzinger Theater, einst Hietzing bei Wien bzw. Wien 13 (1853 abgebrochen)
1816Schlosstheater, Burg Feistritz, Feistritz am Wechsel, NÖ (nicht gesichert)
1818–1819Pfefferbüchsel und weitere Staffagebauten im Landschaftspark Föhrenberge, Mödling und Maria Enzersdorf, NÖ
1821–1822Engelsbad, Weilburgstraße 7–9, Baden, NÖ
1822Theater in d. Josefstadt, Wien 8, Josefstädterstraße 26
1822ehem. Kloster der Augustiner-Eremiten, Baden, Frauengasse 3 (Umgestaltung u. Fassadierung)
1822–1825Gruftkapelle Haugwitz, ulica Vitezslava Nezvala, Namiest an der Oslawa, Mähren / Namest nad Oslavou, CZ
1828–1832Stadttheater, heute Moravske Divadlo, Horni namesti 22, Olmütz, Mähren / Olomouc, CZ
1830Ehem. Chorfrauenkloster St.Jakob, Klosterneuburg, Martinstraße 56–58, NÖ (Umbau zur Niederlassung der Mechitaristen)
um 1830Kirche und Kloster der Karmelitinnen, Gmunden, Klosterplatz 9, OÖ
1833–1842Stift Klosterneuburg, NÖ (Fertigstellung und Umbauten im Altbestand)
1835–1837Mechitaristenkloster, Wien 7, Mechitaristengasse 2–4 (Umgestaltung, im 20.Jh. verändert)
1844–1847 Rathaus (Umbau) und Anbau des Theaters (nach 1945 zum Kino umgebaut), Teschen, österr.Schlesien / Cieszyn, PL
um 1840Glashaus, Stift Klosterneuburg, NÖ
o.J.Schlosstheater, Eisgrub, Mähren / Lednice, CZ (abgebrochen)

INNENRAUMGESTALTUNG/DESIGN:
1812Theater in d. Josefstadt, Wien 8, Josefstädterstraße 26 (Innenausstattung, 1822 erneuert)
1822–1825Albertina, Wien 1, Albertinaplatz (Innenausstattung)
1823–1826Stadttempel, Wien 1, Seitenstettengasse 4 (leicht verändert)
1826Refektorium u. Bibliothek, Schottenstift, Wien 1
1827Familiengruft Haugwitz, Namiest an der Oslawa, Mähren / Namest nad Oslavou, CZ
1834Sträusselsäle beim Theater in der Josefstadt, Wien 8, Josefstädterstraße 26 (1924 und 1954 verändert)
o.J.(ca. 1830/40)Tabernakel, Pfarrkirche St. Thomas in Nussdorf, Wien 19, Greinergasse 25

NICHT REALISIERTE PROJEKTE:
Auswahl:
1824Miethaus Jäger/Kornhäusel, Wien 4, Rechte Wienzeile 3 (1845 von I. Ram unter geringfügiger Änderung der Pläne Kornhäusels ausgeführt)
1828NÖ. Landhaus (Entwurf)
1855Bank u. Börsengebäude, Wien 1, Herrengasse (Konkurrenzprojekt)
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Primärquellen

NACHLÄSSE UND ARCHIVE:
ABK; Archiv Baumeisterinnung; OESTA; Wr.Ringstraßenarchiv; Wien Museum; Pfarren St.Stephan, Laimgrube, Paulaner, Evang. Stadtpfarre AB (Matrikenstelle)
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Sekundärquellen

LITERATUR:
A. K. Bäumler: Reform und Tradition – Der Wiener Stadttempel von Joseph Kornhäusel (1823–1826) unter besonderer Berücksichtigung des aschkenasischen Synagogenbaus des Klassizismus. Univ-Diss. Wien 2010
K. Eggert: Der Wohnbau der Wiener Ringstraße im Historismus (Die Wr.Ringstraße, B.7), Wiesbaden 1976
R. Goebl: Architektur. In: Klassizismus in Wien (Ausstellungskatalog). Wien 1978
H. Herzmansky: Joseph Kornhäusel. Eine Künstlermonographie. Univ.-Diss. Wien 1965
A. Kieslinger: Die Steine der Wiener Ringstraße (Die Wr.Ringstraße, Bd.4), Wiesbaden 1972
J. Kräftner (Hg.): Im Schatten der Weilburg, Baden im Biedermeier (Ausst.-Kat). Baden 1988
P. Kortz: Wien am Anfang d. 20. Jh.s. 2.Bd., Wien 1906
Kunsthistorische Arbeitsgruppe GeVAG: Wiener Fassaden des 19.Jh.s [6. Bezirk]. Wien 1976
B. Nezval: Villen der Kaiserzeit. Sommerresidenzen in Baden. Horn 2008
B. Nezval: Joseph Kornhäusel. Lustschlösser und Theater. Horn 2010
ÖKT 44: G. Hajos: Die Profanbauten des III., IV. und V. Bezirks. Wien 1980
M. Paul: Technischer Führer durch Wien. Wien 1910
P. Prokop: Die Familie Kornhäusel. Typoskript. Wien 2011
P. Prokop: Joseph Kornhäusels Korrespondenz der Jahre 1811 bis 1845 in der Wien-Bibliothek als biographische und werkgeschichtliche Quelle. In: Adler. Zeitschrift für Genealogie und Heraldik 26.2012 (Heft 5), S.157-178
G. W. Rizzi: Joseph Kornhäusels Wiener Bauten für den Fürsten Liechtenstein. In: Alte und Moderne Kunst 22.1977 (Heft 152), S.23-29
G. W. Rizzi / R. L. Schachel: Die Zinshäuser im Spätwerk Josef Kornhäusels. Wien 1979 (Sonderreihe d. Wiener Geschichtsblätter)
E. Springer: Geschichte und Kulturleben der Wiener Ringstraße (Die Wiener Ringstraße, Bd.2) Wiesbaden 1979
P. Tausig: Josef Kornhäusel. Ein vergessener österreichischer Architekt. Wien 1916
W. Wagner: Die Geschichte der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Wien 1967
R. Wagner-Rieger: Das Wiener Bürgerhaus des Barock und Klassizismus. Wien 1957
R. Wagner-Rieger: Die Wiener Architektur des Klassizismus. In: alte und moderne Kunst Heft 81, 1965
R. Wagner-Rieger: Wiens Architektur im 19.Jh. Wien 1970
R. Wagner-Rieger: Geschichte der Architektur in Wien. Vom Klassizismus bis zur Secession. In: Geschichte der bildenden Kunst in Wien. Bd.3, Wien 1973
„Die großen Architekten der Ringstraßenzeit, ihre Vorläufer und Nachfahren auf dem Lande“. (Ausst-Kat) Bad Vöslau 1987

NACHSCHLAGEWERKE:
Dehio Wien/1 (I.Bez); Dehio Wien/2 (II.–IX.u.XX.Bez.); Dehio Wien/3 (X.–XIX.u.XXI.–XXIII.Bez.); Dehio NÖ/Süd A–L; Dehio NÖ/Süd M–Z

LEXIKA:
Wurzbach; ThB; ÖBL; NDB; AKL; Czeike; Macmillan Encyclopedia of Architects
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Ausstellungen
1978Klassizismus in Wien, Historisches Museum der Stadt Wien, Wien
1988Im Schatten der Weilburg, Baden im Biedermeier, Frauenbad, Baden
1988Bürgersinn und Aufbegehren. Biedermeier und Vormärz in Wien 1815–1848, Künstlerhaus, Wien
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Anmerkungen
Besonderer Dank gilt Herrn DI Peter Prokop für seine umfassenden Informationen.
Eingegeben von: Diego Caltana
Eingegeben am: 01.10.2013
Zuletzt geändert: 30.01.2014
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