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Florian Schaden

Persönliche Daten
Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
Auszeichnungen und Ämter
Vita
Stellenwert
Werke
Primärquellen
Sekundärquellen
Anmerkungen
Persönliche Daten
* 18.04.1799 - † 21.02.1866
Geschlecht: m
Geburtsort: Wien
Land: Österreich
damaliger Name: HRR
Sterbeort: Wien
Land: Österreich
damaliger Name: Kaisertum Österreich
Titel: Oberbaurat
Religionsbekenntnis: Röm. - Kath.
Berufsbezeichnung: Architekt, Stadtbaumeister
Familiäres Umfeld: Vater: Michael S. (ca.1764–1837), Maurergeselle u. Brunnenmacher
Mutter: Katharina, geb. Muckenauer (*ca.1766)
1.Ehe (1827) mit Rosina Götz (*1804)
2.Ehe (1840) mit Barbara Götz (*1807)
Kinder: Karl (1843–1914), Architekt; Sophie; Paul; Anna
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Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
1814, 1816Akademie der bildenden Künste Wien (Graveurschule)
1818–1824Akademie der bildenden Künste (Architekturschule bei Nobile)
1820Polytechnisches Institut Wien
o.J.Studienreise nach Italien, Frankreich, England
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Auszeichnungen und Ämter
1819Gundel-Preis für architektonische Zeichnung (2.Platz)
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Vita
Florian Schaden wurde 1799 als Sohn eines Maurergesellen und Brunnenmachers in Wien geboren. Obwohl er offensichtlich aus einfachen Verhältnissen stammte, bekam er eine fundierte Architektenausbildung: er besuchte ganz jung zunächst die Erzverschneidungsschule an der Wiener Akademie und trat dann mit 19 in die Architekturschule von Nobile ein, wo er bis 1824 blieb. Daneben besuchte er auch einige Kurse an der Polytechnischen Hochschule. Nach Abschluss seines Studiums unternahm er Studienreisen nach Italien, Frankreich und England. Laut Wurzbach soll er „seine Studien bei den zahlreichen Bauten in der Residenz selbst und in den Provinzen zur praktischen Geltung“ gebracht haben, allerdings ist von seiner Bautätigkeit heute sehr wenig bekannt.

Sein bedeutendster Auftrag, den er 1848 im Auftrag von Ludwig Wilhelm Mauthner ausführte, war das erste Kinderspital der habsburgischen Monarchie, das noch heute bestehende St.Anna Kinderspital, Wien 9, Kinderspitalgasse 6.

Florian Schaden war verheiratet, sein Sohn Karl wurde ebenfalls Architekt. Schaden starb 1866 im 67.Lebensjahr an Schlagfluss in Wien.
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Stellenwert
Bereits während der Studienzeit zeigte sich Schaden sehr begabt: 1819 bekam er den zweiten Platz beim Gundel-Preis für architektonische Zeichnung.

Bei seinem bekannten Projekt, dem St.Anna Kinderspital, beschränkte sich Schaden – auch wegen des Gebäudezwecks – auf eine nüchterne und einfache Ausführung, da vor allem auch eine zweckmäßige Anordnung der Innenräume Vorrang hatte. Der ursprünglich zweigeschossige Bau wurde nur durch einen Mittelrisalit mit drei Rundbogenfenstern akzentuiert, die die Kapelle markieren. Das Spital wurde später mehrmals um- und ausgebaut. Sei den 70er Jahren ist es als Spital für krebskranke Kinder bestimmt.

Von seiner wenig bekannten architektonischen Tätigkeit ist hervorzuheben, dass sich Schaden gerne mit sozialen Themen auseinandersetzte: neben dem damals einzigartigen Projekt eines Kinderspitals befasste er sich auch mit Plänen für ein Großarmenhaus. Darüber hinaus soll er 1859 an einem Wettbewerb für Volkswohnungen teilgenommen haben, wofür er sogar eine Honorierung bekam.

Diese Bauaufgaben waren bis Ende des 19.Jh.s für einen renommierten Architekten – Schaden hatte den Titel eines Oberbaurates – noch unkonventionell, so kann man Schaden als Pionier auf dem Gebiet der Sozialarchitektur betrachten.
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Werke

ÖFFENTLICHE BAUTEN:
1848St. Anna-Kinderspital (stark verändert)
1849–1850Wiedner Spital (abgerissen)

INNENRAUMGESTALTUNG/DESIGN:
o.J.Innenausstattung des Leopoldstädter Theaters, Wien 2 (abgerissen; Zuschreibung umstritten)

NICHT REALISIERTE PROJEKTE:
1859Projekt für Volkswohnungen (Wettbewerb; Honorierung)
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Primärquellen

NACHLÄSSE UND ARCHIVE:
Wr. Ringstraßenarchiv; Wien Museum; WSt.LA; Archiv Adler; Archiv Künstlerhaus
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Sekundärquellen

LITERATUR:
P. Krepler: Das Kind und sein Arzt: 150 Jahre St. Anna-Kinderspital. Wien 1988
O.A. Straickher: Die alte Wieden, ihre Krankenhäuser und ihre Ärzte. In: Unsere Heimat 32.1961

HINWEISE AUF WERKE:
P. Kortz: Wien am Anfang d. 20.Jh.s, 2.Bd. Wien 1906
M. Paul: Technischer Führer durch Wien. Wien 1910

NACHSCHLAGEWERKE:
Dehio Wien/2 (II.–IX.u.XX.Bez.)

LEXIKA:
Wurzbach; ThB; Czeike
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Anmerkungen
Eingegeben von: Diego Caltana
Eingegeben am: 01.03.2011
Zuletzt geändert: 22.05.2011
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