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Adolf Kliment

Persönliche Daten
Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
Mitgliedschaften
Vita
Stellenwert
Werke
Primärquellen
Sekundärquellen
Anmerkungen
Persönliche Daten
* 04.09.1869 - † 31.03.1942
Geschlecht: m
Geburtsort: Nalzovské Hory
damaliger Name: Silberberg, Bez. Klattau, Böhmen
Land: Tschechien
damaliger Name: Österreich-Ungarn
Sterbeort: Wien
Land: Österreich
damaliger Name: Deutsches Reich
Religionsbekenntnis: Röm. - Kath.
Berufsbezeichnung: Maurermeister; Baumeister, Architekt
Familiäres Umfeld: Eltern: Anton und Anna Kliment
Ehe (ca. 1898) mit Anna Kölbl (1875-1935)
Tochter: Anna (1905-1976), verh. Peitl, wiederverheiratete Meiwald (Maiwald)
Bürogemeinschaft: ca.1908-1910 mit Baumeister Jakob Krasny
1911-1920 mit dem Baumeister und Firmengesellschafter Jaroslav Hava
1920-1926 mit dem Baumeister und Firmengesellschafter Jakob Sellner
1927-1931 mit dem Baumeister und Firmengesellschafter Ing. Rudolf Peitl
1931-1933 mit dem Baumeister und Firmengesellschafter Eduard Kamenicky
1933-1937 mit dem Baumeister und Firmengesellschafter Eduard Sellinger
1937-1942 mit dem Baumeister und Firmengesellschafter Eduard Seifert
1937-1942 mit Anna Peitl (berufl. Zusammenarbeit fraglich, ev.nur Firmengesellschafterin)
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Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
1903Baumeisterkonzession (Mitgliederverzeichnis Bau- und Steinmetzmeister 1910, S 309: darf in Wien Hochbauten nicht selbständig ausführen; 1910 Nichtbetrieb)
um 1908Beginn der Zusammenarbeit mit Baumeister Jakob Krasny
1911-1931Kliment Hava (Gesellschafter: A. Kliment und Jaroslav Hava 1911-1920; A. Kliment und Jakob Sellner 1920-1926; A. Kliment und Ing. Rudolf Peitl 1927-1931)
1931-1933Kliment Kamenicky (Gesellschafter: A. Kliment und Eduard Kamenicky)
1933-1939Kliment Co (Gesellschafter: A. Kliment; 1933-1937 Eduard Sellinger; ab 1937 Anna Peitl und Eduard Seifert)
1939-1942Kliment Seifert (Gesellschafter: A. Kliment, Anna Meiwald, wiederverehelichte Peitl und Eduard Seifert)
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Mitgliedschaften
ab 1903Bau- und Steinmetzmeister-Genossenschaft Wien
ab 1906Verein der Maurermeister Niederösterreichs (Ausschussmitglied)
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Vita
Der 1869 in Böhmen geborene Adolf Kliment absolvierte eine Maurerlehre und erwarb 1903 die Baumeisterkonzession in Wien. Obwohl sich Kliment als Architekt ausgab, durfte er laut dem Mitgliederverzeichnis der Bau- und Steinmetzmeister aus dem Jahre 1910 Hochbauten in Wien nicht selbstständig ausführen. Dies mag einer der Gründe sein, warum Kliment immer mit einem Partner arbeitete. Kliment führte mit dem böhmischen Baumeister Jakob Krasny (1872-1910) bis zu dessen Tod im Jahre 1910 eine gemeinsame Baukanzlei. Es folgten bis 1942 vier weitere Firmengründungen mit insgesamt sieben Gesellschaftern, wozu auch seine Tochter zählte. Kliment dürfte sich vor dem Ersten Weltkrieg auf den Bau von Einfamilienhäusern bzw. Villen spezialisiert haben, wobei einige dieser Bauten auch in der damaligen Fachpresse veröffentlicht wurden.

Nach dem Ersten Weltkrieg sind nach dem derzeitigen Forschungsstand keine weiteren Bauten bekannt. Kliment starb im 73.Lebensjahr und wurde am Grinzinger Friedhof in Wien 19 begraben.
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Stellenwert
Das heute bekannte Œuvre Kliments entstand zwischen 1904 und 1914 mit drei verschiedenen Partnern. Der Baugrund der Einfamilienhäuser und Villen lag meist in den Außenbezirken Wiens und sah meist auch eine Gartenanlage vor.

In Zusammenarbeit mit dem damals in Wien nicht ansässigen Heinrich Zufall entstand 1904 ein repräsentatives Wohnhaus in biedermeierlich-klassizierenden Formen (Wien 18, Dr. Heinrich-Maier-Straße 33).

In der Zusammenarbeit mit Josef Krasny wurden hingegen anfänglich zur Fassadengestaltung neben geometrisierenden Elementen der Wiener Werkstätte auch noch florale Dekorformen verwendet (Mietvilla, Wien 14, Hochsatzengasse 25; 1905). Dem Personalstil der beiden Architekten zuzurechnen sind Fassadenschichtungen durch sehr flache Kastenerker, die auf durch Bogenformen verbundenen Konsolen ruhen (z.B. Wien 19, Kahlenbergerstraße 59 und 59 A; 1907). Die malerischen Dachlandschaften wurden mit Krüppelwalmdächern und Gaupen ausgebaut. Bei der in Heimatstilformen errichteten Villa in Wien 18, Wegelergasse 4 (1906) dominiert ein laternenartiger „Ausguck“ die Mitte der Dachlandschaft. Dieses Motiv findet sich aber etwa zeitgleich des öfteren im 19.Bezirk (siehe Josef Hoffmann, Leopold Bauer, Robert Oerley).

Durch den Tod von Jakob Krasny im Jahre 1910 dürfte Jaroslav Hava möglicherweise schon bei der Errichtung der beiden Villen in Wien 19, Grinzingerstraße 8 und 10 (1910/11) mitgewirkt haben. Durch die Verwendung bandartig aneinandergereihter kleiner Fenster im Mansardgeschoß fließen Elemente des „English country style“ neben jenen des Heimatstils in die Fassadengestaltung ein. Zeitgleich werden aber an der viergeschossigen Mietvilla Wien 16, An der Scheibenwiese 3A (1910) neben Elementen der Wiener Werkstätte neoklassizistische Tendenzen merkbar.

Es ist nach dem aktuellen Forschungsstand kaum möglich, die eigenständige „Architektenpersönlichkeit“ von Adolf Kliment herauszuarbeiten. Doch spiegelt das in Zusammenarbeit mit drei verschiedenen Partnern entstandene Werk die Vielfalt der Strömungen in Wien vor dem Ersten Weltkrieg wieder.
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Werke

WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:
1904Villa, Wien 18, Dr.-Heinrich-Maier-Straße 33 (mit Heinrich Zufall)
1905Mietvilla, Wien 14, Hochsatzengasse 25 (Jakob Krasny)
1906Villa, Wien 18, Wegelergasse 4 (mit Jakob Krasny)
1907Gekuppelte Einfamilienhäuser, Wien 19, Kahlenberger Straße 59 und 59 A (mit Jakob Krasny)
1909Gekuppelte Einfamilienhäuser, Wien 12, Kaulbachstraße 14-16 (ehem. Wien 12, Hetzendorf, Valerie Cottage 14 und 16; BH+Entw.+Ausf. mit Jakob Krasny)
1910Villa, Wien 16, An der Scheibenwiese 3A (Kliment Hava)
um 1910Villen, Wien 19, Grinzinger Straße 8 und 10 (Kliment Krasny, Hava)
um 1913Villa, Wien 16, An der Scheibenwiese 3 (Kliment Hava)
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Primärquellen

NACHLÄSSE UND ARCHIVE:
Archiv Adler (Parte); Archiv Baumeisterinnung; MA 43 (Gräberdatenbank); WStLA (Meldeanfragen; Verlassenschaftsabhandlung; Handelsregisterakte)
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Sekundärquellen

HINWEISE AUF WERKE:
Der Bautechniker
31.1911, S.1113; T.48 (Gekuppelte Einfamilienhäuser in Wien 13, Hetzendorf, Valerie Cottage 14 und 16)
32.1912, S.45, T.3 (Doppelvilla Wien 19, Kahlenberger Straße 59 und 59a) / S.311f, T.13 (Villen Wien 19, Grinzingerstraße 8 und 10; Kliment Krasny)

WBIZ
29.1911, T.87 (Villa am Schafberg; Kliment und J. Krasny)

NACHSCHLAGEWERKE:
Achl. III/1; Achl. III/2
Dehio Wien/3 (X.-XIX.u.XXI.-XXIII.Bez.)
S. Waetzoldt: Bibliographie zur Architektur im 19.Jh. Nendeln 1977
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Anmerkungen
Gemeinsame Baukanzlei:
Krasny Jakob: Baumeister, 17./19.11.1872 Koterov, Pilsen, Böhmen, CZ - 28.10.1910 Wien

Firmengesellschafter:
Hava Jaroslav: Baumeister, 27.04.1880 Drahonice, Böhmen / CZ – am 28.08.1917 nach Prag, CZ abgemeldet
Kamenicky Eduard: Baumeister, 09.12.1888 Wien – am 31.08.1936 abgemeldet unbekannt
Peitl Anna, geb. Kliment, wiederverh. Meiwald 1905–1976
Peitl Rudolf, Ing.: Architekt, 19.09.1900 Wien – 18.01.1938 Abmeldung nach Magdeburg; in Magdeburg nachzuweisen bis 1940
Seifert Eduard: Baumeister, *26.12.1903 Wien
Sellinger Eduard: Baumeister, 15.02.1888 Wien – 03.12.1954 Wien
Sellner Jakob: Baumeister, 30.04.1858 Zeistitz – 23.12.1926 Wien
Eingegeben von: Dagmar Herzner-Kaiser
Eingegeben am: 01.07.2007
Zuletzt geändert: 27.08.2007
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