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Josef Jaroslav Bayer

Persönliche Daten
Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
Auszeichnungen und Ämter
Mitgliedschaften
Vita
Stellenwert
Werke
Primärquellen
Sekundärquellen
Anmerkungen
Persönliche Daten
* 30.08.1889 - † 29.11.1979
Geschlecht: m
Geburtsort: Svihov
damaliger Name: Schwihau, Böhmen
Land: Tschechien
damaliger Name: Österreich-Ungarn
Sterbeort: Wien
Land: Österreich
weitere Namen: Jaroslav Josef B.
Religionsbekenntnis: Röm. - Kath.
Berufsbezeichnung: Architekt
Familiäres Umfeld: Vater: Anton B., Dekorationsmaler
Mutter: Fillipina, geb. Cecelskyho
verheiratet
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Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
o.J.Unterrealschule
o.J.Kunstakademie Sofia
1910-1913a.o. Hörer an der Technischen Hochschule Wien
1912-1915Akademie der bildenden Künste Wien (bei F. Ohmann, 1914 ein Jahr Unterbrechung wegen Kriegseinsatz)
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Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
1926Baumeisterkonzession
1929Befugnis zum Zivilarchitekt
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Auszeichnungen und Ämter
o.J.gerichtlich beeideter Sachverständiger
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Mitgliedschaften
o.J.Ingenieur- und Architektenkammer Wien
o.J.Albrecht Dürer-Verein
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Vita
Josef Jaroslav Bayer wurde 1889 im böhmischen Svihov als Sohn eines Dekorationsmalers geboren. Nach dem Besuch der Kunstakademie in Sofia war er zunächst drei Jahre als außerordentlicher Hörer an der technischen Hochschule in Wien inskribiert. Im letzten Studienjahr besuchte er gleichzeitig die Akademie der bildenden Künste bei Franz Ohmann, wo er im Jahr 1915 – nachdem er das Studium wegen seiner Kriegsdienstleistung für ein Jahr unterbrochen hatte, auch seinen Studienabschluss erreichte. Anschließend scheint Bayer in diversen Architekturateliers gearbeitet zu haben. Im Jahr 1926 erlangte er die Baumeisterkonzession und 1929 die Befugnis als Zivilarchitekt. Es ist anzunehmen, dass Bayer zeitlebens vor allem als Mitarbeiter in diversen Ateliers tätig war, denn es sind nur drei Projekte – alle Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien – bekannt, für die er namentlich zeichnete.

Josef Jaroslav Bayer, der sich zeitweise auch Jaroslav Josef nannte, starb im Alter von 90 Jahren in Wien.
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Stellenwert
Das heute bekannte Œuvre von Josef Jaroslav Bayer ist sehr schmal und umfasst nur drei Wohnhausanlagen, die er in den Jahren 1925-1930 für die Gemeinde Wien errichtete.

Die Anlage in Wien 9, Sechsschimmelgasse 19 (1925), die er gemeinsam mit Hartwig Fischel erbaute, liegt im Straßenverbund und weist eine Fassade mit nur vier Fensterachsen auf. Die glatte Front erhielt durch Gesimse und Putzstreifen nur wenige Akzentuierungen. Bemerkenswert und im Gemeindebau zweifellos eine Ausnahme ist die zweigeschossige Geschäftszone, die auch den Haupteingang umfängt.

Nahezu ein Musterbeispiel für den in den 20er Jahren typischen „Gemeindebaustil“ ist die Anlage Wien 4, Petzvalgasse 3 (1928-1829). Das ebenfalls im Straßenverbund liegende Haus bietet mit Spitzerkern, dem Einsatz von Klinkersteinen sowie der dreieckig verkröpften Mittelrisalitüberhöhung, welche die Form der Supraporte des in der gleichen Achse liegenden Eingangs wiederholt, alle expressiv-romantischen Kriterien, die ständig variiert und neu zusammengestellt sich in dieser Zeit immenser Beliebtheit erfreuten.

Bei der im Jahr 1930 erbauten Wohnhausanlage in Wien 16, Lienfeldergasse 76 / Paletzgasse 17 sind diese Gestaltungselemente hingegen gänzlich verschwunden. Allerdings finden sich im Unterschied zu den um diese Zeit allgemein sehr sachlich gewordenen Formulierungen immer noch akzentuierende Gesimse, die der Fassade ein Minimum an Gliederung verleihen.

Josef Jaroslav Bayer war einer der über 200 Architekten, die im Rahmen des von der Stadt Wien erstellten Wohnbauprogramms tätig wurden, das einerseits zur Linderung der großen Wohnungsnot in der Nachkriegszeit und andererseits zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit geschaffen wurde. Die Größe der Wohnungen war vorgegeben, so dass den Architekten bei der Innenraumkonzeption wenig Spielraum blieb. Darüber hinaus ließen auch die schmalen Baulücken, die Bayer zur Verfügung standen, kaum einen nennenswerten Variationsreichtum bzw. weitergehende planerische Entfaltungsmöglichkeit zu. Wohl auch aus diesem Grund konnte sich Bayer im Gegensatz zu etlichen seiner Kollegen, die mit der baulichen und strukturellen Bewältigung von zum Teil äußerst ausgedehnten Grundstücken reüssierten, keinen bleibenden Namen in diesem Bereich machen.
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Werke

WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:
1925 WHA d. Gem. Wien, Wien 9, Sechsschimmelgasse 19 (mit Hartwig Fischel)
1928-1929WHA d. Gem. Wien, Wien 4, Petzvalgasse 3
1930WHA d. Gem. Wien, Wien 16, Lienfeldergasse 76 / Paletzgasse 17
1950-1951WHA d. Gem. Wien „Kurt Holubarz-Hof“, Wien 11, Geiselbergstraße 5

NICHT REALISIERTE PROJEKTE:
1920Neubauten der Technischen Hochschule auf den Aspanggründen (Wettbewerb, Ankauf)
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Primärquellen

NACHLÄSSE UND ARCHIVE:
Archiv der ABK; Archiv der KAIK; TUWA
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Sekundärquellen

LITERATUR:
F. Aichelburg: Das Wiener Künstlerhaus 1861-2001. Bd.1 Wien 2003, S.40, 400
H. und R. Hautmann: Die Gemeindebauten des Roten Wien 1919-1934. Wien 1980
ÖKT 44: G. Hajos: Die Profanbauten des III., IV., und V. Bezirks. Wien 1980
H. Weihsmann: Das Rote Wien. Wien 2002

NACHSCHLAGEWERKE:
Achl. III/1; Achl. III/2
Dehio Wien/2 (II.-IX.u.XX.Bez.); Dehio Wien/3 (X.-XIX.u.XXI.-XXIII.Bez.)
S. Waetzoldt: Bibliographie zur Architektur im 19. Jahrhundert. Nendeln 1977
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Anmerkungen
Sterbedatum bei Weihsmann 05 falsch
Eingegeben von: Inge Scheidl
Eingegeben am: 01.07.2007
Zuletzt geändert: 16.06.2008
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