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Wenzel König

Persönliche Daten
Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
Mitgliedschaften
Vita
Stellenwert
Werke
Primärquellen
Sekundärquellen
Anmerkungen
Persönliche Daten
* 11.4.1865 - † 05.11.1922
Geschlecht: m
Geburtsort: Ujezd
damaliger Name: Augezd, Pf. Tuschkau, Böhmen / Touskov
Land: Tschechien
damaliger Name: Kaisertum Österreich
Sterbeort: Wien
Land: Österreich
Religionsbekenntnis: Röm. - Kath.
Berufsbezeichnung: Architekt, Baumeister
Familiäres Umfeld: Eltern: Hausbesitzer Johann König und Margarete, geb. Müller
1. Ehe (1899) mit Gabriele, geb. Tylc (auch Tiltsch) (1875-1905)
Kinder: Waldemar (1900 -1965), Techniker; Margarete (*1901)
2. Ehe mit Rosina Augusta, geb. Natich (1878-1956)
Kinder: Otto (1918-1990)
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Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
1897Baumeisterkonzession
1902Bestellung zum Bauaufsichtsrat für die Bezirke Margarethen und Meidling, Wien
1914Zurücklegung der Baumeisterkonzession; Übernahme des Betriebs durch Peter Brich, Stadtbaumeister
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Mitgliedschaften
ab 1893Allgemeiner Bautechniker-Verein Wien
ab 1897Bau- und Steinmetzmeister-Genossenschaft Wien
ab 1902Verein der Baumeister Niederösterreichs
ab 1907Wiener Bauhütte (teilnehmendes Mitglied)
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Vita
Über den Ausbildungsweg des Stadtbaumeisters Wenzel König ist nichts bekannt. Knapp vor der Jahrhundertwende erwarb er neben der Baumeisterkonzession den Baumeisterbetrieb Heinrich Ohrner in Wien 4 und erbaute für die Gemeinde Wien und den Staat Kasernen, Schulen, Krankenhäuser etc.; nach 1900 galt er als einer der größten Baumeister Wiens. Stadtbaumeister Peter Brich, der ab 1901 Bauleiter und Geschäftsführer bei Wenzel König war, übernahm drei Monate nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs das Baubüro; dieser wurde dann eingezogen und das Büro geschlossen.

Trotz der Bezeichnung „Stadtbaumeister“ führte König auch – wie es damals üblich war – etliche Wohn- und Geschäftshäuser, Villen und auch Schulen in Wien als Architekt aus. König, der des öfteren auch als Bauherr aufgetreten war, übernahm die Administration seiner Häuser selbst.

Wenzel König starb im Alter von 59 Jahren in Wien und wurde am Ottakringer Friedhof begraben.
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Stellenwert
Das heute bekannte Oeuvre von Wenzel König als Architekt nimmt die relativ kurze Zeitspanne zwischen Jahrhundertwende und Erstem Weltkrieg ein. Im Wohnhausbau orientierte sich König an der überlieferten Dreiteilung der Fassaden, die er mit dem Formenrepertoire der Neorenaissance, des Neobarocks, aber auch der Secession ausgestaltete. Die Fassade des Wohnhauses Wien 18, Klostergasse 35 (erb. 1906) gestaltete König mit neoromanischen Fensterformen mit Unterteilung der Oberlichten nach Art der Wiener Werkstätte in Verbindung mit secessionistischen Dekorelementen. Herbe Kritik in der Fachpresse erntete er für den Entwurf des Wohnhauses Wien 8, Wickenburggasse 19 (1911), wo ihm mangelndes Gefühl für Proportionen und Dekor vorgeworfen wurde. Neben dem Bau zweier blockhafter Villen, die auf das Werk Otto Wagners verweisen, ist auch noch der Schulbau in Wien 15, Sechshauserstraße 71 / Heinickegasse 9 (1902) bemerkenswert. Die Fassade fällt vor allem durch ihre Ständerstruktur, den reichen secessionistischen Dekor mit Masken und dem Wappen der Stadt Wien auf.

Als Architekt war Wenzel König sicher noch der Tradition verhaftet, der aber dem Formenrepertoire der Secession offen gegenüberstand.
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Werke

WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:
als Architekt
1901Wohnhaus, Wien 16, Kollburggasse 14 / Starkenburggasse
1904Wohnhaus, Wien 4, Schikandergasse 11-13 (BH: Gabriele und Wenzel König)
1905Villa, Wien 16, Kollburggasse 25 / Wilhelminenstraße 145
1905Villa, Wien 16, Wilhelminenstraße 147
1906Wohnhaus, Wien 16, Heigerleinstraße 20-22
1906Zinshaus, Wien 18, Klostergasse 35 (Entw.+Ausf.)
1910Wohn- und Geschäftshaus, Wien 7, Neustiftgasse 51(Entw.+Ausf.)
1910Straßenhof, Wien 18, Wurzingergasse 2 / Pötzleinsdorfer Straße 13-15
1911Wohnhaus, Wien 8, Wickenburggasse 19
1911-1912Wohnhaus, Wien 4, Wohllebengasse 8 (Entw.+Ausf.)
1912Wohnhaus, Wien 4, Preßgasse 8-10 (BH+Entw.+Ausf)
vor 19132 Wohnhäuser, Wien 3, Keilgasse 3/5 = Hohlweggasse (?; Abbruch)
vor 1913Wohnhaus Wien 3, Keilgasse 7 = Hohlweggasse (?; abfassadiert)
1913Wohn- und Geschäftshaus, Wien 12, Steinbauergasse 31
1913Wohn- und Geschäftshaus mit Kino, Wien 3, Landstraßer Hauptstraße 76 (BH+Entw.+Ausf)
als Baumeister
1906Wohnhaus, Wien 3, Dannebergplatz 10 (ehemals Arenbergring 10) / Boerhaavegasse 2 (BH+Ausf.; Entw. Georg Berger)
1906Wohnhaus, Wien 3, Dannebergplatz 14 (ehemals Arenbergring 14) / Arenberggasse 2 (BH: Familie König; Entw. Georg Berger; Ausf.)
1906Wohnhaus, Wien 3, Dannebergplatz 15 (ehemals Arenbergring 15) (BH: Familie König; Entw. Georg Berger; Ausf.)
1906Wohnhaus, Wien 3, Dannebergplatz 18 (ehemals Arenbergring 18) / Dapontegasse 2 (Entw. J. Marschall; Ausf.)
1906“Arenberghof”, Wohnhaus, Wien 3, Dannebergplatz 19 (ehemals Arenbergring 19; BH+Ausf.; Entw. Georg Berger)
1908Wohnhaus, Wien 3, Dannebergplatz 7 (ehemals Arenbergring 7) / Barmherzigengasse 2 (BH+Ausf.; Entw. Georg Berger)
1908Wohnhaus, Wien 3, Dannebergplatz 8 (ehemals Arenbergring 8; BH+Ausf.; Entw. Georg Berger)
1908Wohnhaus, Wien 3, Dannebergplatz 9 (ehemals Arenbergring 9) / Boerhaavegasse 1 (Entw. Friedrich Schläfrig; Ausf.)
1911-1912Wohnhaus, Wien 4, Wohllebengasse 7 und 9 (Entw. Leo Kerner; Ausf.)
1912-1913Wohnhaus, Wien 3, Salesianergasse 31-33

ÖFFENTLICHE BAUTEN:
als Architekt
1902Schule Wien 15, Sechshauser Straße 71 / Heinickegasse 9
1909-1910Allgemeine Volksschule d. Gem. Wien (Vordertrakt; Neufassadierung der älteren Bauteile) Wien 4, Graf Starhemberg-Gasse 8-10
als Baumeister
1902-1904Pflegeheim der Stadt Wien, Wien 13, Versorgungsheimplatz 1
1903-1904ehemalige Trainkaserne Meidling, Wien 12, Ruckergasse 62 (seit 1967 der westliche Teil Heckenast-Buriankaserne, Schwenkgasse 47; im östlichen Teil Landesgendarmerie-Kommando von NÖ, Ruckergasse 62)
1912-1913Konzerthaus und Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Wien 3, Lothringerstraße 18
o.J.Werkstättengebäude im Arsenal, Wien 3
o.J.Neubau von insgesamt 9 Volks- und Bürgerschulen in Wien 10, 13, 14, 16 und 20 für die Gemeinde Wien
o.J.Neubau der k.k. Staatsrealschule, Wien 16
o.J.Neubau von 2 städtischen Volksbädern, Wien 5 und 11
o.J.Neubau des k. k. Steueradministrationsgebäudes, Wien
o.J.Neubau, Finanzkaserne, Wien 3
o.J.Neubau des Maschinendepots und des Hochhebewerks für Straßenbahnzwecke, Wien 13
o.J.Leichenhalle, Zentralfriedhof, Wien
o.J.Zubauten des städtischen Elektrizitätswerkes, Wien
o.J.Zubauten der Technischen Hochschule Wien, Wien 4
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Primärquellen

NACHLÄSSE UND ARCHIVE:
Archiv Baumeisterinnung; Baupolizei; Grabstein Friedhof Ottakring; Materialien des ÖBL; WStLA (Meldearchiv, Testament, Verlassenschaftsabhandlung)
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Sekundärquellen

LITERATUR:
Anonym: König Wenzel + (Nachruf). In: NFP 7. November 1922, Morgen-Blatt, S. 8
Das neue Wien. Städtewerk (Hrsg. Gemeinde Wien). Wien 1927, Bd.3, S.323 (Firmenanzeige)
ÖKT (Österreichische Kunsttopographie) 44: G. Hajos: Die Profanbauten des III., IV., und V. Bezirks. Wien 1980
Wiener Kommunalkalender und Städtisches Jahrbuch für 1912. 50. amtlich red. Jubiläums-Ausgabe. Wien 1912, M 23

HINWEISE AUF WERKE:
Architekten- und Baumeister-Zeitung
11.1902, Nr.26, S.6 (Vergebung des Baues des Versorgungshauses)

BT (Der Bautechniker)
31.1911, S.793f; S.795f; T.34 (Wien 8, Wickenburggasse 19)

NACHSCHLAGEWERKE:
Achl. III/1; Achl. III/2; Dehio 2 – II.-IX. u. XX. Bezirk; Dehio 3 – X.-XIX. und XXI.-XXIII. Bezirk
S. Waetzoldt: Bibliographie zur Architektur im 19.Jh. Nendeln 1977
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Anmerkungen
In der Literatur relativ häufig irrtümliche Angabe von Walter König (Architekt und Stadtbaumeister) statt Wenzel König. Nach dem derzeitigen Wissensstand kein Walter König um diese Zeit in Wien nachweisbar.
Eingegeben von: Dagmar Herzner-Kaiser
Eingegeben am: 01.11.2005
Zuletzt geändert: 22.02.2008
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