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Carl Langhammer


Foto ÖIAV 1873

Persönliche Daten
Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
Mitgliedschaften
Vita
Stellenwert
Werke
Primärquellen
Sekundärquellen
Anmerkungen
Persönliche Daten
* 1840 - † 30.12.1906
Geschlecht: m
Geburtsort: Loucna nad Desnou
damaliger Name: Wiesenberg, Mähren
Land: Tschechien
damaliger Name: Kaisertum Österreich
Sterbeort: Wien
Land: Österreich
damaliger Name: Österreich-Ungarn
Religionsbekenntnis: Röm. - Kath.
Berufsbezeichnung: Architekt
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Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
ab 1876Tätigkeit in Wien
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Mitgliedschaften
1873-1906Österr. Ingenieur- und Architektenverein
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Vita
Über den Lebenslauf des aus Mähren stammenden Architekten Carl Langhammer ist nicht allzu viel bekannt. In Wien wurde er ab dem Jahre 1876 sesshaft und eröffnete im 4. Wiener Gemeindebezirk ein Architekturbüro. Als Geschäftsleiter und Werkmeister in diesem Büro wird Leopold Bauer, geb. 1862 erwähnt. Im November 1906 meldete sich Langhammer nach Mährisch-Schönberg (Sumperk) ab. Im Dezember 1906 starb er im 66. Lebensjahr in einem Wiener Krankenhaus und wurde in seinem Geburtsort Wiesenberg / Loucna nad Desnou in Tschechien begraben.
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Stellenwert
Carl Langhammer erbaute hauptsächlich Mietshäuser mit palaisartigen Fassaden und Wohn- und Geschäftshäuser im Umkreis seiner Kanzlei, die sich im vierten Wiener Gemeindebezirk befand. Der Architekt zählt zu den bedeutenderen Vertretern des Späthistorismus, die die Neu-Wiener-Renaissance besonders lange vertraten. Die Fassade des "Schraubenhofes" Linke Wienzeile 18, Wien 6, erb. 1900, führte Langhammer hingegen in der Manier eines Cinquecentopalastes aus, wobei er zur Gestaltung der Fassadenoberfläche den in Wien selten anzutreffenden Haustein benutzte. Es finden sich in seinem Oeuvre aber auch Einflüsse aus dem Frühwerk Otto Wagners.

Mit der Bauaufgabe "Fabrik" begann sich Langhammer ab 1890 auseinanderzusetzen. Ende des 19. Jh.s. entwarf Langhammer in dem Industriebezirk Wien 10, Pernerstorfergasse 57 einen kubisch-blockhaften Sichtziegelbau, der zwei Fabriken und ein Warenhaus aufnehmen sollte.

Da über das Werk Langhammers nach 1900 nichts bekannt ist, muss er insgesamt als typischer Traditionalist angesehen werden, der Neuerungen aber offen gegenüber stand.
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Werke

WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:
1875Wohnhaus Wien 5, Ramperstorffergasse 51 und 53 / Margaretenstraße 101
1876Wohn- u. Geschäftshaus Wien 4, Heumühlgasse 2 A
1877Wohnhaus, Wien 5, Schönbrunner Straße 40 / Pilgramgasse 9
1878Wohn- u. Geschäftshaus Wien 5, Schönbrunner Straße 39
o.J.Wohnhaus, Wien 5, Schönbrunner Straße 43
1879Wohnhaus, Wien 5, Schönbrunner Straße 77
1880Wohnhaus, Wien 6, Schmalzhofgasse 4
1883Wohnhaus, Wien 4, Preßgasse 26 / Mühlgasse 27
o.J.Wohnhaus, Wien 6, Gumpendorfer Straße 79
1887-1890Wohnhaus, Wien 6, Amerlingstraße 5
1888-1889Wohnhaus, Wien 5, Obere Amtshausgasse 27
1889Wohn- u. Geschäftshaus Wien 6, Hofmühlgasse 14 / Münzwardeingasse 2 / Magdalenenstraße 34
1890Wohn- u. Geschäftshaus Wien 5, Schönbrunner Straße 125
1890Wohnhaus, Wien 6, Hirschengasse 4
1891Wohnhaus, Wien 4, Große Neugasse 42
1891-1892Wohnhaus, Wien 5, Bräuhausgasse 4
1895ehem. Fabrik- und Wohnhaus „Ketten-Hof“, Wien 6, Joanelligasse 10 (ehem. Kanalgasse 10)
1898Wohnhaus, Wien 7, Schottenfeldgasse 36-38 (Abbruch)
1900Wohnhaus „Schrauben-Hof“, Wien 6, Linke Wienzeile 18

INDUSTRIE-/GEWERBEBAUTEN:
1898Lampenfabrik und Warenhaus Wien 10, Pernerstorfergasse 57 / Leebgasse 30-32 / Van der Nüllgasse
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Primärquellen

NACHLÄSSE UND ARCHIVE:
ÖIAV
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Sekundärquellen

LITERATUR:
Kunsthistorische Arbeitsgruppe GeVAG: Wiener Fassaden des 19.Jh.s [6. Bezirk]. Wien 1976
ÖKT (Österreichische Kunsttopographie) 44: G. Hajos: Die Profanbauten des III., IV., und V. Bezirks. Wien 198
C.v. Lützow / L. Tischler: Wiener Neubauten. 3 Bde., Wien 1876–1891. Bd.3, S.8., T.88ff (Wohn-und Geschäftshaus Bernhard Ludwig, Wien 6, Hofmühlgasse 14 / Münzwardeingasse 2 / Magdalenenstraße 34)

HINWEISE AUF WERKE:
WBIZ (Wiener Bauindustrie-Zeitung)
14.1897, Beil. zum 26.8., S.44; T.85f (Wohn- und Geschäftshaus „Ketten-Hof“ Wien 6, Kanalgasse 10)

NACHSCHLAGEWERKE:
Achl. III/1 - 1.-12. Bezirk
Dehio 2 - II.-IX. u. XX. Bezirk; Dehio 3 - X.-XIX. und XXI.-XXIII. Bezirk
Dehio Kärnten, 2001
L. Eisenberg: Das geistige Wien. Wien 1893
S. Waetzoldt: Bibliographie zur Architektur im 19.Jh. Nendeln 1977
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Anmerkungen
Hinweis DI. Heimo Kramer www.woerthersee-architektur.at (e-mail 24. 09. 2008):
Der Architekt Carl Langhammer, Wien erbaute um die Jahrhundertwende zwei Villen am Wörthersee:
Villa Seehort, Pörtschach, Ktn., Hauptstraße 133, erb. 1893 (BH: Anton Urban);
Villa Miralago (vormals Villa „Lugg in See“, Villa Ludwig Urban), Pörtschach, Ktn., Hauptstraße 129, erb. 1892

Es gäbe tatsächlich ein Indiz, dass es sich hier um denselben Architekten handelt. Langhammer erbaute 1891/92 in Wien 5, Bräuhausgasse 40 ein palaisartiges Wohnhaus in Neorenaissanceformen für M. und L. Urban. (In ÖKT 44: G. Hajos Die Kunstdenkmäler Wiens. Die Profanbauten des III., IV. und V. Bezirks, Wien 1980, S 453f, Abb. 590).
Eingegeben von: Dagmar Herzner-Kaiser
Eingegeben am: 01.11.2005
Zuletzt geändert: 04.06.2012
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