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Ferdinand Franz Berehinak


Privat, Maler: Fr. Bündsdorf 189[4?]

Persönliche Daten
Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
Auszeichnungen und Ämter
Mitgliedschaften
Vita
Stellenwert
Werke
Primärquellen
Sekundärquellen
Anmerkungen
Persönliche Daten
* 06.05.1863 - † 11.07.1927
Geschlecht: m
Geburtsort: Brno
damaliger Name: Altbrünn, Mähren
Land: Tschechien
damaliger Name: Kaisertum Österreich
Sterbeort: Wien
Land: Österreich
Titel: Ing.
weitere Namen: Perechiniak (1919 amtl. best. Namensänderung in Berehinak); Ferdinand Franz Johann
Religionsbekenntnis: Röm. - Kath.
Berufsbezeichnung: Architekt, konz. Hausverwalter
Familiäres Umfeld: Vater: Theodor Perechiniak, Realitätenbesitzer
Mutter: Barbara, geb. Schweda
Ehe (1915) mit Anna Maria, geb. Gellner (1883-1957)
Tochter: Erika, verehel. Langbein (1915-1997)
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Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
o.J.Realschule
bis 1885Technische Hochschule Brünn
1887-1890Technische Hochschule Wien (bei Karl König, Viktor Luntz)
1891-1892Akademie der bildenden Künste Wien (bei Karl Hasenauer)
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Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
um 1898Leitung eines Bau- und Architekturbüros als selbständiger Architekt
ca.1915-1918Kriegsdienst (Oberleutnant, dann Hauptmann)
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Auszeichnungen und Ämter
o.J.-1927Verwaltungsrat bei „Domus“, Erste österr. Haus- und Schadensversicherungs A.G.
o.J.Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone
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Mitgliedschaften
ab 1893Österr. Ingenieur- und Architektenverein (Verwaltungsrat)
ab 1895NÖ Gewerbeverein
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Vita
Ferdinand Berehinak wurde 1863 in Brünn als Sohn des Theodor Perechiniak geboren, wo er zunächst auch die Technische Hochschule besuchte. Obwohl die amtliche Namensänderung in Berehinak erst im Jahr 1919 erfolgte, ist die neue Schreibweise bereits in allen Schülerlisten zu finden. Im Jahr 1887 inskribierte er an der Technischen Hochschule in Wien und schloss sodann ein Studium an der Akademie der bildenden Künste bei Karl Hasenauer an. Es ist anzunehmen, dass Berehinak danach einige Praxisjahre absolviert hat, um sich dann um das Jahr 1898 selbständig zu machen. Berehinak führte fortan ein Baubüro und war gleichzeitig als Planverfasser tätig. Wie bei vielen seiner zeitgenössischen Kollegen ist jedoch auch für ihn nur eine Tätigkeit als Architekt vor dem Ersten Weltkrieg nachweisbar. In Ermangelung von Aufträgen scheint sich Berehinak statt dessen andere Betätigungsfelder gesucht zu haben. So wird er im Handelsregister als Verwaltungsrat einer Versucherungsanstalt angegeben und außerdem war Berehinak in den 20er Jahren auch als konzessionierter Hausverwalter tätig.

Ferdinand Berehinak starb im Jahr 1927 im Alter von 64 Jahren in Wien an eine Blutvergiftung. Er ist am Zentralfriedhof begraben.
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Stellenwert
Ferdinand Berehinak genoss sowohl an der Technischen Hochschule bei Karl König und Viktor Luntz als auch an der Akademie der bildenden Künste bei Karl Hasenauer eine traditionell orientierte Ausbildung und war in dieser Zeit nicht mit den neueren Ideen eines Otto Wagner konfrontiert. Dementsprechend folgte Berehinak bei der Konzeption der von ihm errichteten Wohnhäuser dem späthistoristischen Kanon eines dreizonigen Aufbaus mit Sockel-, Mittel- und Attikageschoss. Der heute zumeist nur mehr spärlich vorhandene Dekor zeigt hingegen manieristisch barockisierende Motive, die zum Teil ins secessionistische Formenvokabular changieren.

Die Fassaden sind reich und plastisch gegliedert, etwa beim Haus Wien 4, Mühlgasse 30-30A / Pressgasse 28 (1910-1911), das Berehinak für den Klavierfabrikanten Ehrbar errichtete und das heute das Konservatorium für Musik und darstellende Kunst beherbergt. Hier wird die plastische Durchgliederung vor allem durch Erker, Sohlbankgesimsen und Konsolen erzielt. Beim Haus Wien 5, Zentagasse 3 / Jahngasse 2 (1898-1899) und den fast identen Häusern 5, Schönbrunnerstraße 68 und 70 (1901-1902) sowie 5, Rüdigergasse 26 / Hamburgerstraße 11 (1900-1901) wird durch Kordongesimse, reiche Fensterumrahmungen, Riesenpilaster u.ä. die gewünschte Plastizität erreicht.

Besonderen Wert legte Berehinak auf die malerische Ausgestaltung der Dachzonen, die er häufig mit geschweiften Giebeln, durch markant ausgebildete kubische Atelieraufbauten sowie mit Volutengiebel, Türmchenaufsätzen oder Vasen variationsreich auflockerte. Eckhäuser erhielten hohe, schlanke Türme mit Zwiebel- oder Pyramidenhelmen.

Ferdinand Berehinak gehört zu jenen Architekten, die den Gebäuden vor allem durch plastische Fassadengestaltungen und pittoreske Dachlandschaften ihre Identität verliehen und die auf diese Weise im Stadtbild Wiens ebenso prägende wie markante Blickpunkte setzen.
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Werke

WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:
1898-1899Miethaus, Wien 5, Zentagasse 3 / Jahngasse 2 (mit Alois Schumacher, Dekor reduziert)
1900-1901Miethaus, Wien 5, Rüdigergasse 26 / Hamburgerstraße 11 (Ausf. Johann Seitl, Alois Klee, Alois Schumacher, Dekor zum Teil abgeschlagen)
1901-1902Miethausgruppe, Wien 5, Schönbrunner Straße 66 = Rechte Wienzeile 119 (mit Alois Schumacher)
1901-1902Miethausgruppe, Wien 5, Schönbrunner Straße 68 / Spengergasse 56 = Rechte Wienzeile 121 (mit Alois Schumacher)
1901-1902Miethausgruppe, Wien 5, Schönbrunner Straße 70 / Spengergasse 61 = Rechte Wienzeile 123 (mit Alois Schumacher)
1910-1911Palais Ehrbar, Wien 4, Mühlgasse 30-30A / Preßgasse 28 (Ausbau, heute Konservatorium für Musik und darst. Kunst)
1912Wohn- und Geschäftshaus, Wien 1, Johannesgasse 3 (Geschäftszone verändert)
um 1915Aspang-Hof, Wien 3, Gerlgasse 23 (Wohnhaus des Architekten)

ÖFFENTLICHE BAUTEN:
1898Jubiläumsausstellung Wien, Hauptkaffeehaus
1900Technologisches Gewerbemuseum (heute WUK, Werkstätten- und Kulturzentrum), Wien 9, Währinger Straße 59 / Severingasse 12 (in der Severingasse neuer Werkstättentrakt)

NICHT REALISIERTE PROJEKTE:
1892Kaufmännisches Vereinshaus, Wien 1 (Wettbewerb, ein Preis von 4 gleichen)
1904Postsparkasse Wien 1 (in Vorkonkurrenz ausgeschieden)
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Primärquellen

NACHLÄSSE UND ARCHIVE:
WStLA (Meldearchiv, Biographische Sammlung, Handelsregister); Archiv ÖIAV; TUWA; Archiv der ABK; Matrikenarchiv Pfarre Rennweg Wien 3; MA 43 (Gräberdatenbank); Grabprotokoll, Grabinschrift Zentralfriedhof
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Sekundärquellen

LITERATUR:
M. Paul: Technischer Führer durch Wien. Wien 1910.
P. Kortz: Wien am Anfang d. 20. Jhds. 2. Bd. Wien 1906
ÖKT 44: G. Hajos: Die Profanbauten des III., IV., und V. Bezirks. Wien 1980

HINWEISE AUF WERKE:
Architekten- und Baumeisterzeitung
19.1910, H.21 (Haus 4, Mühlg. 30)

Neubauten in Österreich. 3 Bde, Wien o.J.
1.Band, T.8 (Aspang-Hof, 3, Gerlg. 23)

NACHSCHLAGEWERKE:
Achl. III/1
Dehio Wien/1 (I.Bez.); Dehio Wien/2 (II.-IX.u.XX.Bez.)

LEXIKA:
AKL
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Anmerkungen
Eingegeben von: Inge Scheidl
Eingegeben am: 01.07.2007
Zuletzt geändert: 18.11.2014
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