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Anton Schwertmann jun.

Persönliche Daten
Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
Auszeichnungen und Ämter
Mitgliedschaften
Vita
Stellenwert
Werke
Primärquellen
Sekundärquellen
Anmerkungen
Persönliche Daten
* 27.12.1869 - † 23.08.1925
Geschlecht: m
Geburtsort: Wien
Land: Österreich
damaliger Name: Österreich-Ungarn
Sterbeort: Wien
Land: Österreich
weitere Namen: Schwermann
Religionsbekenntnis: Röm. - Kath.
Berufsbezeichnung: Architekt u. Baumeister
Familiäres Umfeld: Vater: Anton Sch. (1844- 1909), Zimmermeister
Mutter: Franziska Nitschmann (1829-1907)
unverheiratet
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Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
1887Abschluss Staatsgewerbeschule Wien (Werkmeisterschule)
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Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
ab 1894als Baumeister tätig
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Auszeichnungen und Ämter
1906-1909Leutnant der Evidenz
1898-1920Bauschätzmeister
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Mitgliedschaften
1897Baumeister für Wien u. NÖ
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Vita
Anton Schwertmann wurde 1869 als Sohn des gleichnamigen Zimmermanns, der aus Nikolsburg (Mähren) zugewandert war, in Wien geboren. Seine berufliche Ausbildung erhielt er an der Staatsgewerbeschule in Wien, wo er die dreijährige Werkmeisterschule besuchte. Nach einigen Jahren des Praktikums machte er sich Mitte der 90er Jahre des 19.Jh.s als Baumeister selbständig. In der Folge errichtete er eine große Zahl von Miethäusern, aber auch Industrieanlagen und anderes mehr. Daneben war er auch als Bausachverständiger und Schätzmeister tätig.

Das Ende der Donaumonarchie im Jahre 1918 und die Stagnation des Baugewerbes bedeutete für Schwertmann eine große Zäsur. Es sind keinerlei Bauten nach diesem Zeitpunkt unter seinem Namen dokumentiert. Schwertmann, der Zeit seines Lebens unverheiratet geblieben war, ist verhältnismäßig jung im 56.Lebensjahr in Wien an Herzversagen gestorben.
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Stellenwert
Anton Schwertmann gehört zu den meistbeschäftigten Baumeistern der letzten Jahre vor dem Ersten Weltkrieg in Wien, wobei er sehr häufig mit namhaften Architekten, wie Hermann Stierlin oder Carl Bittmann zusammenarbeitete. Nicht selten firmierte Schwertmann aber auch als Planverfasser seiner Bauten, wobei die große formale Heterogenität den Schluss zulässt, dass möglicherweise diverse ungenannte Mitarbeiter die Entwürfe angefertigt haben könnten.

Dementsprechend sind nicht wenige der Bauten einerseits nach einem völlig unverbindlichen Schema gestaltet, während andererseits manche von einer durchaus bemerkenswerten Qualität sind, die insbesondere durch die sorgfältige Fassadengestaltung manifest wird. Ein bezeichnendes Beispiel dafür ist das Miethaus in Wien 19, Krottenbachstraße 58a, das an sich völlig konventionell konzipiert ist, sich jedoch durch einen äußerst originellen Dekor, der die Fenster durch kühne secessionistische Bögen miteinander verbindet, auszeichnet. Der in architektonischer Hinsicht wahrscheinlich interessanteste Bau aus dem Büro Schwertmann ist das Miethaus Wien 3, Untere Viaduktgasse 53, das eine harmonische Proportionierung des Baukörpers und eine elegant klassizierende Fassade aufweist. Bemerkenswert ist auch der Atelieraufbau über dem Mittelrisalit in Form eines großen geschwungenen Thermenfensters in der Art der Schule Otto Wagners.
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Werke

WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:
1902Miethaus, Wien 19, Friedlgasse 63 / Sieveringer Straße 7 (Entw. Carl Bittmann)
1902Miethaus, Wien 19, Sieveringer Straße 9 (Entw. Carl Bittmann)
1903Miethaus, Wien 5, Jahngasse 4 (Entw. Richard Sädtler)
1903Miethaus, Wien 5, Vogelsanggasse 6 (Entw. Richard Sädtler)
1903Miethaus, Wien 10, Jagdgasse 41
1903Miethaus, Wien 10, Rotenhofgasse 7
1904Miethaus, Wien 19, Friedlgasse 55
1905Miethaus, Wien 15, Beingasse 34
1905Miethaus, Wien 14, Hustergasse 8 (verändert)
1906Miethaus, Wien 10, Erlachgasse 18
1906-1907Miethaus, Wien 8, Florianigasse 45-47 (Entw. Friedrich Weisshappel?)
1906Miethaus, Wien 3, Krieglergasse 18
1908Miethaus, Wien 8, Albertgasse 19 (Entw. Karl Fleischer)
1908Miethaus, Wien 19, Billrothstraße 6a
1908Miethaus, Wien 19, Krottenbachstraße 58a
1909-1911Miethaus, Wien 5, Jahngasse 30 / Spengergasse 15 (Entw. Hermann Stierlin)
1909-1910Miethausgruppe, Wien 5, Reinprechtsdorfer Straße 3-7 / Siebenbrunnenfeldgasse 2
1910Miethaus, Wien 3, Hetzgasse 42 (Entw. Anton Lefler)
1910Miethaus, Wien 3, Hießgasse 13 (Entw. Arnold Karplus)
1910Miethaus, Wien 14, Tiefendorfergasse 9
1910Miethaus, Wien 16, Sautergasse 35
1910Miethaus, Wien 4, Waaggasse 17-19 (Entw. Hermann Stierlin)
1910Miethaus, Wien 2, Ennsgasse 5
1911Miethaus, Wien 3, Untere Viaduktgasse 53
1911Miethaus, Wien 3, Untere Weißgerberstraße 39 / Hetzgasse 45
1911Miethaus, Wien 4, Waaggasse 17-19 / Margaretenstraße 33 (Entw. Hermann Stierlin)
1911-1912Miethaus, Wien 15, Vogelweidpatz 1 / Hütteldorfer Straße 4 (mit Leopold Mayer)
1913-1914Miethaus, Wien 5, Bräuhausgasse 8
1914Miethaus, Wien 3, Untere Weißgerberstraße 21 / Custozzagasse 11

INDUSTRIE-/GEWERBEBAUTEN:
1911Wohn- u.Fabriksgebäude Wien 17, Beheimgasse 77
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Primärquellen

NACHLÄSSE UND ARCHIVE:
WStLA; Pfarramt Wien 9, Maria Verkündigung (Matrikenstelle)
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Sekundärquellen

LITERATUR:
Festschrift zur 50-Jahrfeier der gewerbl.techn. Bundes-Lehranstalt Wien 1. Wien 1930
A. Lehne: Wiener Warenhäuser 1865–1914. Wien 1990
H. Matis / D. Stiefel: Mit der vereinigten Craft des Capitals... Wien u. a. 1994
ÖKT 44: G. Hajos: Die Profanbauten des III., IV., und V. Bezirks. Wien 1980
Wiener Fassaden des 19. Jahrhunderts, Wohnhäuser in Mariahilf, Wien/u.a 1976

NACHSCHLAGEWERKE:
Achl. III/1; Achl. III/2
Dehio Wien/2 (II.-IX.u.XX.Bez.); Dehio Wien/3 (X.-XIX.u.XXI.-XXIII.Bez.)
High Life Almanach, Adressbuch der Gesellschaft Wiens. Wien 1905
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Anmerkungen
Eingegeben von: Ursula Prokop
Eingegeben am: 29.01.2008
Zuletzt geändert: 02.06.2008
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