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Wilhelm Stiassny


Foto Wiener Bauhütte 1910

Persönliche Daten
Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
Auszeichnungen und Ämter
Mitgliedschaften
Vita
Stellenwert
Werke
Primärquellen
Sekundärquellen
Anmerkungen
Persönliche Daten
* 15.02.1842 - † 11.07.1910
Geschlecht: m
Geburtsort: Bratislava
damaliger Name: Preßburg/Poszony
Land: Slowakei
damaliger Name: Kaisertum Österreich
Sterbeort: Bad Ischl
Land: Österreich
damaliger Name: Österreich-Ungarn
Titel: k.u.k. Baurat
weitere Namen: Stiaßny, Stiasny
Religionsbekenntnis: Mosaisch
Berufsbezeichnung: Architekt
Familiäres Umfeld: Vater: Abrahm St. (1810-1878) Kaufmann
Mutter: Josefine, geb. Bresslauer (1819-1866)
Geschwister: Bertha (1854-1892) verh. Mahler; Hermine (*1857) verh. Turnau; Regine (*1861) verh. Pisling; Gustav; Katharina, verh. Mittler
Ehe (1868) mit Julia Taussig (1848-1916)
Sohn: Dr.med. Siegmund (1873-1941)
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Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
o.J.Oberrealschule Wien-Landstraße
1857-1861Studium am Polytechnikum, Wien (der späteren Technischen Hochschule, mit Auszeichnung abgeschlossen)
1861-1963Akademie der bildenden Künste Wien (bei Sicardsburg und van der Nüll, Karl Rösner u. Friedrich v. Schmidt)
1867zahlreiche Studienreisen nach Westeuropa (insbesondere in Hinblick auf Wohnungsfragen)
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Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
ab 1866selbständiger Architekt in Wien
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Auszeichnungen und Ämter
ab 1867Mitglied des NÖ-Gewerbevereins (zeitw. Obmann d. Abteilung „Gewerbliche Kunst“)
1867Delegierter des österr. Handelsministeriums zur Weltausstellung in Paris als Beisitzer der internat. Jury zur Errichtung von Arbeiterwohnungen
1868-1877im Verwaltungsrat des NÖ-Gewerbevereins
1876Mitglied der internat. Jury des Sanitätskongresses Brüssel
1878-1900Wiener Gemeinderat (für die Liberalen)
1880-1910Vorstandsmitglied der Israelitischen Kultusgemeinde (u.a. Sektion für Bethäuser, Häuserverwaltung u. Bauwesen)
1881-1910Theaterlandeskommissär für NÖ
1884-1899Mitglied des Wiener Bezirksschulrats
1889-1900Mitglied der Donauregulierungskommission
1894/1895Wiener Stadtrat (Referent für Bauangelegenheiten, Wasserleitung, Donauregulierung, Kanalisation, Schulhausbauten, Markthallen etc.)
1894Bürgerrecht der Stadt Wien
1893-1896Mitglied d. Kommission für Verkehrsanlagen
1897im „Engeren Aktionskomitee“ des 1.Zionistenkongresses in Basel (Exekutivorgan der zionist. Organisation)
um 1900Obmann der Sektion für Friedhofs- u. Beerdigungswesen
1904-1910Wiener Gemeinderat
1862Schulpreis der Akademie der Akademie der bildenden Künste
1872große silberne Medaille, Kongress Brüssel
1873Goldenes Verdienstkreuz mit Krone
1883Baurat
1893Wiener Bürgerrecht
1903Offizierskreuz des Kaiser-Franz-Josef-Ordens
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Mitgliedschaften
Auswahl:
ab 1862Wiener Bauhütte (Gründungsmitglied, zeitweise Präsident)
ab 1893Gesellschaft zur Sammlung u. Konservierung historischer Denkmäler des Judentums (Gründungsmitglied und Präsident)
ab 1904Jüdischer Kolonisationsverein zu Wien (Gründungsmitglied und Präsident)
Datum unbekannt:
Verein „Donauklub“ (Präsident)
Verein zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Gewerbetreibender
Verein für unentgeltliche Arbeitsvermittlung
Gesellschaft bildender Künstler Wiens
Zentralvereinigung der Architekten Österreichs
Mitglied der Academie nationale Paris
Mitglied der Associao Brasileira
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Vita
Wilhelm Stiassny wurde 1842 als ältester Sohn einer kinderreichen jüdischen Kaufmannsfamilie, die ursprünglich aus Mähren stammte, in Preßburg geboren. Noch während seiner frühen Kindheit dürfte die Familie nach Wien gezogen sein, da Stiassny bereits hier zur Volksschule gegangen ist. Nach dem Besuch der Oberrealschule absolvierte er ein Studium am Polytechnikum (damalige Bezeichnung für die Technische Universität), das er mit Auszeichnung abschloss. Bezeichnend für sein großes Engagement, das seine Persönlichkeit Zeit seines Lebens prägte, unterbreitete er noch während seines Studiums 1859 dem Rektorat des Polytechnikums eine Denkschrift zur Reform der Lehrpläne, in der er eine stärkere fachspezifische Ausdifferenzierung forderte. Zur Vervollkommnung seiner Ausbildung besuchte Stiassny anschließend noch die Akademie der bildenden Künste, wo er anfangs Schüler von Siccardsburg und van der Nüll war, um schließlich sein Studium bei Friedrich von Schmidt abzuschließen. Auch an diesem Institut zeigte er großes Engagement, indem er sich als Mitbegründer der renommierten Architektenvereinigung „Wiener Bauhütte“ einbrachte und einen der begehrten Schulpreise erhielt.

Nach einer relativ kurzen Zeit des Praktikums arbeitete Stiassny ab Mitte der 60er Jahre als freier Architekt in Wien. Gleich am Beginn seiner Karriere wurde er vom Niederösterreichischen Gewerbeverein 1867 als Delegierter zur Weltausstellung nach Paris geschickt, wo er als Beisitzer einer internationalen Jury mit dem Problem der Errichtung von Arbeiterwohnhäusern befasst war und zu diesem Zweck auch mehrere Studienreisen unternahm. In diesem Kontext intendierte Stiassny eine Reform des Wohnungssystems und publizierte Überlegungen zur Errichtung einer gemeinnützigen Baugenossenschaft. Dessen ungeachtet war sein Schwerpunkt in diesen Jahren, die von einem gründerzeitlichen Bauboom geprägt waren, die Errichtung von Miethäusern für das gehobene Bürgertum, wobei er nicht selten auch als Bauunternehmer auftrat. Stiassny gehörte in der Folge zu den meistbeschäftigten Architekten Wiens, dem eine unüberschaubare Menge von Bauten – darunter zahlreiche Miethäuser des gehobenen Standards – zugeschrieben werden. Als Planverfasser von Synagogen und Kultbauten machte er sich vor allem in den Ländern der Donaumonarchie einen Namen.

Ein weiterer Aufgabenbereich war Stiassnys Tätigkeit für die großen Wiener jüdischen Familien, wie die Rothschilds und die Königswarters. Neben repräsentativen Wohnsitzen errichtete er in deren Auftrag vor allem zahlreiche karitative Institutionen, u.a. das Blindeninstitut auf der Hohen Warte (Stiftung Königwarter) oder das Rothschildspital in Wien-Währing. In diesem Kontext befasste sich Stiassny auch intensiv mit dem Spitalswesen und der Volksgesundheit, die er in einem engen Zusammenhang mit den Wohnverhältnissen sah. Infolge seiner großen Kompetenz auf zahlreichen Gebieten des Bauwesens wurde Stiassny schließlich 1878 als Vertreter der Liberalen und einer der ganz wenigen Juden in den Gemeinderat entsandt (die jüdische Bevölkerung Wiens, die damals ca. 10% umfasste, war mit nur knapp 3% jüdischer Gemeinderäte kaum vertreten). Kurzfristig gehörte Stiassny als Stadtrat sogar der Wiener Stadtregierung an. Dieses Mandat musste er nach dem Sieg der antisemitisch ausgerichteten Christlichsozialen Partei zurücklegen, war aber weiterhin – mit einer kurzen Unterbrechung – bis zu seinem Ableben als Gemeinderat tätig. In dieser Funktion hat er rund 1500 Referate gehalten und war in zahlreichen Kommissionen mit dem Ausbau der städtischen Infrastruktur – insbesondere der Donauregulierung und der 1.Wiener Hochquellenwasserleitung – befasst.

Stiassny war aber nicht nur als Lokalpolitiker und Architekt tätig, sondern engagierte sich vor allem auch in der Wiener Kultusgemeinde, deren Vorstand er rund dreißig Jahre angehörte. Neben der Planung diverser Einrichtungen und Kultstätten, wie u.a. der alten israelitischen Abteilung des Wiener Zentralfriedhofes (1879), war er federführend bei der Konstituierung der Gesellschaft zur Sammlung jüdischer Kulturgüter, die 1895 zur Gründung des Jüdischen Museums führte, das erste seiner Art in Europa (damals im Haus Königswarter, Wien 1, Rathausstraße 13 untergebracht). Im Rahmen diverser sozialer Einrichtungen entwickelte er große Aktivitäten auf dem Gebiet der Fürsorge. Konsequenterweise war Stiassny, der immer für ein selbstbewusstes Judentum eingetreten war, von Anbeginn an auch ein Mitstreiter Theodor Herzls für die Ideen des Zionismus. Noch in seinen letzten Jahren machte er sich 1908 im Rahmen der Kolonisation Palästinas zur kostenlosen Planung einer Gartenstadt für das im Entstehen befindliche Tel Aviv erbötig. Die zur Ausführung gelangte Siedlung – an der er allerdings nicht selbst beteiligt war – basiert teilweise auf seinen Entwürfen und bildet das Herzstück des heutigen Tel Aviv.

Stiassny, der auch umfassend publizistisch tätig war und zahlreiche Sprachen beherrschte, war darüber hinaus auch ein ausgezeichneter Musiker und stand mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit in Kontakt. Die zahlreichen hohen Orden und Auszeichnungen, die ihm verliehen wurden, reflektieren die Wertschätzung, die ihm zu Lebzeiten zuteil wurde. Bis zuletzt tätig, ist Wilhelm Stiassny nach längerer Krankheit während eines Sommeraufenthaltes in Bad Ischl im 68.Lebensjahr verstorben. Aus seiner Ehe mit Julie Taussig hinterließ er einen Sohn, der ein bekannter Arzt wurde.

Wilhelm Stiassny wurde in Anwesenheit nahezu aller jüdischen Honoratioren Wiens in der alten israelitischen Abteilung des Wiener Zentralfriedhofes begraben. Eine Gedenktafel am Haus Wien 1, Krugerstraße 8, wo er die letzten Jahre wohnte, erinnert an sein Wirken.
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Stellenwert
Wilhelm Stiassny gehört neben Karl König zu den bedeutendsten und erfolgreichsten Wiener Architekten jüdischer Herkunft des ausgehenden 19.Jh.s. Seine – sich über knapp fünfzig Jahre erstreckende – Tätigkeit hat in ihrer Fülle ein nahezu unüberschaubares architektonisches Werk hinterlassen, das sich durch eine immense Bandbreite auszeichnet, die neben Miethäusern, Schulen, Spitälern und Fabriken auch Synagogen, Grabmäler und anderes mehr umfasst.

Neben der Errichtung zahlreicher karitativer Einrichtungen, wie Spitäler und andere Institute, die seinerzeit eines der Spezialgebiete Stiassnys waren, heute jedoch weitgehend nicht mehr erhalten sind und sich daher nahezu jeglicher Analyse entziehen (z.B. Rothschildspital, Wien 18, Währinger Gürtel, 1874 ), war vor allem der Wohnbau ein wesentlicher Schwerpunkt seiner Tätigkeit. Nahezu unüberschaubar ist die riesige Zahl an Miethäusern, die bis heute den Charakter ganzer Wiener Stadtviertel prägen, insbesondere das sog. „Textilviertel“, das nach der Stadterweiterung rund um die Börse und den Rudolfsplatz im Ersten Bezirk entstand, als sich dort die weitgehend jüdischen Textilhändler im Zuge des gründerzeitlichen Baubooms ihre Firmenniederlassungen und Wohnbauten errichteten. Das Viertel, dessen Ausbau gegen Ende der 60er Jahre des 19.Jh.s begonnen wurde und weitgehend in den 80er Jahren abgeschlossen war, besticht bis heute durch die große Homogenität seiner Bausubstanz. Bemerkenswert ist vor allem, dass hier weitgehend sehr repräsentative Miethäuser des gehoben Wohnbedarfs in Kombination mit Geschäften, Magazinen und Produktionsstätten entstanden, die zu einem für das Viertel charakteristischen Mischtypus führten. Während sich im Souterrain die Magazine befanden, waren Parterre und Mezzanin den Geschäftslokalen vorbehalten, die zumeist um einen glasüberdachten Innenhof gruppiert waren. Die großzügig angelegten Wohnungen in den Obergeschossen erstreckten sich über das ganze Stockwerk und umfassten neben den straßenseitig gelegenen Gesellschaftsräumen, die rückseitigen Privatzimmer und Wirtschaftsräume. Nicht selten gab es bereits Badezimmer – eine Einrichtung, über die die Hofburg damals noch nicht verfügte. Zur Trennung der unterschiedlichen Funktionen verfügten diese Häuser zumeist über zwei Hauseingänge. Es war nicht zuletzt Stiassny, der von Anbeginn an am Ausbau dieses Viertels mitgewirkt und zur Entwicklung dieses Typus beigetragen hatte (z.B. Wohn- u.Geschäftshaus Wien 1, Rudolfsplatz 10, 1881).

In der formalen Durchgestaltung reflektieren die Wohnhäuser Stiassnys den üblichen Wandel des Zeitgeschmacks. Während die um 1870 erbauten Gebäude (z.B. Wien 1, Gonzagagasse 16) sich noch in der Art des strengen Historismus an die Formensprache der Renaissance anlehnen und relativ sparsam dekoriert sind, zeigen die rund zehn Jahre später errichteten Bauten einen Hang zu einem überbordenden Dekorativismus. Bemerkenswert ist, dass Stiassny auch bemüht war, nebeneinander liegende Häuser (z.B. Wien 1, Rudolfsplatz Nr. 10 u. 11) – obwohl sie in einem Zuge erbaut wurden – individuell zu gestalten und damit im Sinne des historistischen Kunstverständnisses seine Beherrschung der unterschiedlichen Stilformen zu demonstrieren: während Haus Nr.10 Elemente der deutschen Renaissance aufnimmt (insbesondere bei der Gestaltung der Giebel), zitiert Nr.11 einen spätmittelalterlichen florentinischen Palazzo, wobei ein gewisser Synkretismus charakteristisch ist. Zumeist wurde auch die elaborierte Innendekoration dieser Mietpalais von Stiassny gestaltet (z.B. Miethaus Schwab, Wien 1, Weihburggasse 30, um 1872). Noch in seinem Spätwerk war Stiassny bemüht, sich als flexibel zu erweisen und auf neue Tendenzen in der Architektur zu reagieren, auch wenn er grundsätzlich einer eher traditionsverbundenen Linie verpflichtet blieb. Sowohl das um 1900 errichtete Miethaus Wien 1, Krugerstraße 8 (wo er selbst die letzten Jahre wohnte) als auch das kurze Zeit später 1903 errichtete Verbandshaus für die Krankenkassen (Wien 6, Königseggasse 10) sind von einem neobarocken Duktus geprägt (der damals als genuin „österreichischer Stil“ propagiert wurde), wobei auch secessionistische Elemente übernommen wurden.

Von großer Bedeutung ist darüber hinaus Stiassnys Tätigkeit auf dem Gebiet des jüdischen Kultbaus, die sich auf nahezu alle Kronländer der Donaumonarchie erstreckte. Einer seiner spektakulärsten Aufträge war 1875 die Errichtung einer Synagoge in Teplitz-Schönau, die damals die größte in Europa war. In den folgenden Jahren konnte Stiassny eine Reihe weiterer Synagogen realisieren (u.a. 1887 in Malacka und 1892 in Gablonz), allerdings vorerst keine in Wien. Die assimilierte Wiener Judenschaft konnte sich mit Stiassnys im maurisch-orientalischen Stil gehaltenen Bauten kaum identifizieren und bevorzugte eher die an die Gotik oder Romanik angelehnten Tempel von Max Fleischer oder Jakob Gartner. Die einzige Synagoge, die Stiassny in Wien realisieren konnte, war 1893 für die polnisch-israelitische Gemeinde (Wien 2, Leopoldsgasse 29), auf die seitens der alteingesessenen Wiener Juden ein wenig herabgesehen wurde. Wie schon bei seinen früheren Synagogen, brachte Stiassny auch bei diesem Bau ein farbkräftiges, orientalisierendes Formenrepertoire zum Einsatz und krönte die Fassade mit einer Zwiebelkuppel, die auf die osteuropäische Herkunft der Gemeinde verweisen sollte. Die in den folgenden Jahren errichteten Synagogen und zahlreichen Zeremonienhallen Stiassnys wurden bezeichnenderweise alle nicht in Wien gebaut (u.a. Caslau, Prag, Iglau, Wiener Neustadt). Obwohl ein Großteil der Kultbauten Stiassnys in der NS-Zeit zerstört wurde, zeugen die wenigen erhalten gebliebenen – insbesondere die prachtvolle Jerusalemssynagoge in Prag (1904) – von dem phantastischen Einfallsreichtum und der Formenvielfalt der späthistoristischen Architektur, zu deren bedeutendsten Repräsentanten Stiassny zu zählen ist.
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Werke

WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:
Auswahl:
1869-1870Miethaus, Wien 1, Gonzagagasse 16
1869Miethausgruppe, Wien 1, Neutorgasse 14-16 / Esslinggasse 5
1871Miethäuser, Baden, NÖ, Josefsplatz 8-9
1870-1871Miethaus, Wien 1, Zelinkagasse 2-6
1872Miethaus, Wien 1, Esslinggasse 16
1871-1872Miethaus (Palais) Schwab, Wien 1, Weihburggasse 30
1872Miethaus mit integrierter Fabrik, Wien 7, Kaiserstraße 66
1872-1875 u.1884 Villenkolonie, Wien 19, Reithlegasse 1-3 / Kreindlgasse 6 u. Reithlegasse 2-6 / Kreindlgasse 4a u.4 (ehemals Hermannstraße, ursprünglich 11 Villen)
um 1875Villa, Wien 19, Reithlegasse 10 (?)
1874Miethaus, Wien 1, Elisabethstraße 15
1874Miethaus, Wien 2, Heinestraße 21
1874Miethaus, Wien 4, Schwindgasse 9
1874-1875Miethaus, Wien 1, Doblhoffgasse 3
1875Villa Blaimschein (jetzt iran. Botschaft), Wien 13, Lainzer Straße 28 / Wenzgasse 2
1878Umbau d. Schlosses Königswarter in Schebetau, Mähren / Sebetov, CZ
1878Wohnhaus d. Pensionsfonds d. Wr. Südbahngesellschaft, Wien 1, Neutorgasse 4
1879Miethaus, Wien 1, Renngasse 13-15
1879Miethaus Goldschmidt, Wien 1, Schottenring 25
1879Miethaus Schwarzmann, Wien 1, Schottenring 35
1880Miethaus (Palais), Wien 3, Jaurèsgasse 13 (ehem. Richardgasse, Ausf. Alois Schumacher)
1880-1881Miethaus, Wien 1, Salzgries 6
1880Miethaus, Wien 1, Börsegasse 1-1a
1880-1881Miethaus, Wien 1, Concordiaplatz 1 / Börsegasse 2
1881-1883Miethaus, Wien 1, Grillparzerstraße 11 u. 14
1881-1882Miethausgruppe, Wien 1, Rathausstraße 13-17 (ehem. Haus Königswarter)
1881-1882Miethausgruppe, Wien 1, Rudolfsplatz 10 u. 11-13
1882Wohn- u.Geschäftshaus für Frh. Königswarter, Wien 1, Kärntner Straße 43
1882Miethaus, Wien 9, Pramergasse 1
1883Miethäuser, Wien 1, Ebendorferstraße 8-10
1884Miethaus, Wien 9, Porzellangasse 42
1885Villa Carnigiani, Wien 18 (Währinger Cottage), Gymnasiumstraße 45 (ehem. Feldgasse)
1885Miethaus, Wien 2, Castellezgasse 33-35
1885Miethaus, Wien 20, Wallensteinstraße 34
1886Miethaus, Wien 1, Marc Aurel-Straße 9 (verändert)
1887Miethaus, Wien 1, Reichsratstraße15
1887Miethaus, Wien 1, Rathausstraße 10 / Lichtenfelsgasse 7
1888Miethaus, Wien 2, Rueppgasse 9-11
1889-1890Miethaus (jetzt Hotel), Wien 1, Vorlaufstraße 3
1890Miethaus, Wien 2, Zirkusgasse 34 (verändert)
1894Miethaus, Wien 5, Kriehubergasse 27
1897-1898Miethausgruppe, Wien 20, Rauscherstraße 6-10 u. 12-14
1899Wohn- u.Geschäftshaus Moritz Strach, Brünn, Mähren / Brno, CZ
1897Miethäuser, Wien 1, Börsegasse 7-9
1898Miethaus, Wien 2, Taborstraße 59
1899Umbau Palais Rothschild, Wien 4, Prinz Eugenstraße 22 (ehem. Heugasse, abgerissen)
1900-1901Miethaus, Wien 1, Krugerstraße 8

ÖFFENTLICHE BAUTEN:
Auswahl:
um 1870Österr.-israelit. Taubstummeninstitut, Wien 3, Rudolfsgasse 22
1871-1872Israelit. Blindeninstitut, Wien 19, Hohe Warte 32 (Stiftung Königswarter)
1870-1874Rothschild-Hospital, Wien 18, Währinger Gürtel 97 (1955 abgerissen)
1870-1875Altersversorgungshaus, Wien 9, Seegasse (abgerissen)
1873Weltausstellungsgebäude auf dem Wiener Prater (Mitarbeit, nicht erhalten)
1873Hotel, Wien 9, Althangasse 5 (jetzt Hotel Bellevue)
1875Synagoge in Teplitz-Schönau, Böhmen / Teplice, CZ (mit David Ferber, 1939 zerstört)
1875-1876Rothschild-Hospital, Smyrna / Izmir, TR
1877-1879Anlage u. Baulichkeiten (Zeremonienhalle) d. israel. Abteilung, Zentralfriedhof (alter Teil) Wien 11, Simmering (teilweise zerstört)
1884Commissionsgebäude des Donauregulierungsfonds, Wien 2, Donaustraße / Erherzog-Karl-Platz (jetzt Mexikoplatz, nicht erhalten)
1886Seehospiz Rovinj, HR
1887Synagoge in Malaczka, Ungarn/SK
1888Aussichtsturm und Restaurantgebäude, Wien 18, Türkenschanzpark
1889Rothschildsches Altersversorgunghaus, Gaming, NÖ
1891-1892Synagoge in Gablonz, Böhmen / Jablonec nad Nisou, CZ, Goetheove ulica (Mitarbeit Ignaz Reiser, 1938 zerstört)
1892israelit. Vereinshaus, Wien 2, Große Schiffgasse 8
1893Synagoge für den polnisch-jüd. Ritus, Wien 2, Leopoldsgasse 29 (1938 zerstört)
1894Mausoleum d. Fam. Rothschild, Wien 11, Zentralfriedhof (alte israelit. Abtlg. B, mit dem Bildhauer M. Sonnenschein)
1896Synagoge Prag-Weinberge / Praha-Vynohrady / CZ (zerstört)
1898Renovierung des Leopoldstädter Tempels, Wien 2, Tempelgasse 5 (zerstört)
1899Waisenhaus der Rothschildstiftung in Mährisch-Ostrau, Mähren/ Ostrava, CZ
1899Synagoge Caslau, Böhmen / Caslov, CZ, Masarykova ulica
1895-1904Umbau des Wiener Stadttempels, Wien 1, Seitenstettengasse 4
um 1900Grabmal Julie Scherzer, Matzleinsdorfer Friedhof, Wien 10
1901Zeremonienhalle des Friedhofs in Kojetein, Mähren / Kojetin, CZ, Olomoucke ul. (zerstört)
1902-1904Waisenhaus f. israelit. Mädchen, Wien 19, Bauernfeldgasse 4
1902Synagoge Wiener Neustadt, NÖ, Baumkirchner Ring (zerstört)
1903-1905Verbandshaus d. Genossenschaftskrankenkassa, Wien 6, Königseggasse 10 / Otto Bauer-Gasse 7-9
1903Zeremonienhalle des israelit. Friedhofs, Znaim, Mähren / Znojmo, CZ (zerstört)
1903-1904Zeremonienhalle des israelit. Friedhofs, Iglau, Böhmen / Jihlava, CZ
1904-1905Zeremonienhalle des israelit. Friedhofs, Baden, NÖ (zerstört)
1904-1906Jubiläumssynagoge, Prag / Praha, Nove Mesto, Jeruzalemska 7
1907Grabmal Philipp Frankl, Wien 11, Zentralfriedhof, alte israelit. Abtlg.
1909Grabmal Wilhelm Freyberg, Wien 11, Zentralfriedhof, alte israelit. Abtlg.
1909-1910Knabenwaisenhaus d. israelit. Kultusgemeinde, Wien 19, Probusgasse 2-4 (abgerissen)
1909-1910Gartenstadt (Achusat Bajit) für Tel Aviv, IL (teilweise ausgeführt)
1910Grabmal Kohnberger, Wien 11, Zentralfriedhof, alte israelit. Abtlg.
Datum unbekannt:
Grabmäler d. Familien Ephrussi, Prziban und Fischl
Kindergarten in Wien 2
Kaiser-Franz-Josef-Hospital für Israeliten in Karlsbad / Karlovy Vary, CZ

INNENRAUMGESTALTUNG/DESIGN:
Innendekoration zahlreicher Wohnungen, Synagogen, etc.
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Primärquellen

PUBLIKATIONEN:
Auswahl:
W. Stiassny: Spezialstudien über das Spitalsbauwesen. Wien 1867
W. Stiassny: Denkschrift über die Gründung einer gemeinnützigen Baugesellschaft. Wien 1868
W. Stiassny: Statistiken über den Einfluß d. Wohnqualität auf Gesundheit u. Sterblichkeit in Großstädten. Wien 1868
W. Stiassny: Freiherr v. Schmidt als Künstler und Lehrer. Wien 1891
W. Stiassny: Baunormalien, aufgestellt vom NÖ-Gewerbeverein über Antrag d. Abteilg. für Bauwesen. Wien 1881
W. Stiassny: Programm zur Tätigkeit des Vereines auf dem Gebiet der jüdischen Kolonisation in Palästina. Wien 1909
W. Stiassny: Das Projekt zur Anlage einer Kolonie im Heiligen Lande. Wien 1909
diverse Artikel in der Wochenschrift des NÖ-Gewerbevereines

VORTRÄGE:
1867-1868diverse Vorträge über die Ergebnisse seiner Studienreise bezüglich Arbeiterwohnungen und der Wohnsituation Wiens
1893Vortrag über die Wasserversorgung Wiens
zahlreiche Vorträge

NACHLÄSSE UND ARCHIVE:
Stadtarchiv Tel Aviv, IL; CZA (Central Zionist Archives, Schwadron Collection) Jerusalem, IL; Archiv IKG; Wien Bibliothek (Handschriftensammlung / Nachlass Karl Weiß)
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Sekundärquellen

LITERATUR:
Dr. Blochs Österreichische Wochenschrift, Jg.27, Nr.28, 15.Juli 1910, S.471f (Nachruf)
M. Fiala: Die Tätigkeit des Wiener Gemeinderates in den Jahren 1879-1883. Diss. Wien 1974
G. Frodl (Hrsg.): Geschichte der bildenden Kunst in Österreich, 19.Jh. Bd.5. München u.a. 2002
P. Genée: Synagogen in Wien 1825-1938. Wien 1987
P. Genée: Synagogen in Österreich. Wien 1992
K. Klemmer: Jüdische Baumeister in Deutschland. Stuttgart 1998
J. Klenovsky: Zidovske pamatky Moravy a Slezska. Brno 2001
P. Kortz: Wien am Anfang d. 20.Jahrhunderts. 2.Bd. Wien 1906
Künstlerische Grabdenkmale, Bd.2, Wien o.J.
W. Nerdinger (Hg.) Tel Aviv, Neues Bauen 1930-1939, Tübingen/Berlin 1993, S.18ff
Neues Wiener Tagblatt 12.7.1910, S.7 (Nachruf)
ÖKT 44: G. Hajos: Die Profanbauten des III., IV., und V. Bezirks. Wien 1980
A. Parik: Das jüdische Prag (Hg. Jidovske Muzeum Praha). Prag 2002
M. Paul: Technischer Führer durch Wien. Wien 1910
U. Prokop: Zum Anteil österreichisch-jüdischer Architekten am Aufbau Palästinas. In: Hintergrund 38, 2008, S.35ff
I. Sonder: Wilhelm Stiassny und der Bebauungsplan für Tel Aviv. In: David, Sept. 2003, H.58
P. Steines: Hunderttausend Steine, Grabstellen großer Österreicher jüdischer Konfession auf dem Wiener Zentralfriedhof. Wien 1993
R. Wagner-Rieger (Hrsg.): Das Kunstwerk im Bild. In: Die Wr. Ringstraße. Bd.1, Wiesbaden 1969 u. Bd.7, 1979
G. Weissenbacher: In Hietzing gebaut. 2 Bde. Wien 1999-2000
Wiener Bauindustriezeitung 20.1902, S.25 (zum 60. Geburtstag)
Wiener Bauindustriezeitung 27.1910, S.302 (Nachruf)
A. Wurm: Wilhelm Stiassny. In: Mittlg. d. Zentralvereinigung d. Architekten Österreichs 3.1910., Nr.9, S.6

HINWEISE AUF WERKE:
Allgemeine Bauzeitung
50.1885, S.84, T.56f (Miethaus Wien 1, Rudolfsplatz 10)
51.1886, S.16, T.13ff (Miethaus Heinrich Neumann, Wien 1, Rudolfsplatz 8) / S.79f, T.57f (Wohn- u.Geschäftshaus Wien 1, Kärntnerstraße 43)
53.1888, S.31, T.16f (Miethaus Wien 1, Concordiaplatz 1) / S.96, T.76ff (Miethaus Dr. Schwarzmann, Wien 1, Schottenring 35)
59.1894, S.70f, T.54f (Synagoge d. polnisch-israelit. Gemeinde in Wien 2)

Der Bautechniker
18.1888, S.694f (Aussichtsturm u. Restaurant im Türkenschanzpark)
19.1899, S.81ff (Wohn- u.Geschäftshaus Moritz Strach, Brünn) / S.40ff (Das neue Waisenhaus in Mährisch-Ostrau)

Wiener Bauindustriezeitung
2.1884, T.183 (Villa Carnigiani, Wiener Cottage)
5.1887, S.4, T.10 (Israelit. Tempel in Malaczka) / S.27ff (Heizanlage Synagoge Prag, Weinberge)
7.1889, S.456, T.77 (Wohn- u.Geschäftshaus Wien 1, Kärntnerstraße / Krugerstraße)
8.1890, S.548, T.99 (Miethaus Wien 1, Rudolfsplatz)
9.1891, S.76 (Synagoge in Gablonz)
12.1895, S.903f, T.90f (Miethaus Wien 1, Ebendorferstraße 8)

NACHSCHLAGEWERKE:
Achl. III/1
Dehio Wien/1 (I.Bez.); Dehio Wien/2 (II.-IX.u.XX.Bez.); Dehio Wien/3 (X.-XIX.u.XXI.-XXIII.Bez.); Dehio NÖ/Süd A-L
L. Eisenberg: Das geistige Wien. Wien 1893

LEXIKA:
Wurzbach 37. Bd; ThB 31/30; Jüd. Lexikon IV/2, 1930; ÖL 2; Czeike 5; DBL 9; Weihsmann 05

INTERNETLINKS:
www.holocaust.cz; www.david.juden.at
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Anmerkungen
Bei den Geburts- und Sterbedaten Stiassnys gibt es zahlreiche divergierende Angaben. Während das Sterbedatum nachweislich (Parte und Angaben der IKG) der 11.7.1910 ist, sind jedoch die Auskünfte bezüglich seines Geburtsdatums auch amtlicherseits widersprechend. Die Matriken der IKG und die Studienbögen des TUWA geben den 15. Februar 1842 an, während der Verlassenschaftsakt (WStLA) den 15. Oktober anführt. Höchstwahrscheinlich ist der Februar korrekt und die Angabe mit Oktober möglicherweise auf eine Fehlschreibung der damals üblichen römischen Ziffern zurückzuführen.

Die beiden von Weihsmann 2005 angegebenen Wiener Synagogen (Wien 9, Müllnergasse u. Wien 19, Dollinergasse), sind nicht von Stiassny sondern von Max Fleischer, bzw. Julius Wohlmuth.
Eingegeben von: Ursula Prokop
Eingegeben am: 29.01.2008
Zuletzt geändert: 26.05.2015
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