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Othmar Tichy

Persönliche Daten
Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
Auszeichnungen und Ämter
Vita
Stellenwert
Werke
Primärquellen
Sekundärquellen
Anmerkungen
Persönliche Daten
* 24.03.1885 - † 07.07.1961
Geschlecht: m
Geburtsort: Olomouc-Belidla
damaliger Name: Bleich bei Olmütz, Mähren
Land: Tschechien
damaliger Name: Österreich-Ungarn
Sterbeort: Wien
Land: Österreich
Titel: Dipl. Ing.
weitere Namen: fälschlich Adolf, Albert
Religionsbekenntnis: Röm. - Kath.
Berufsbezeichnung: Architekt und Ingenieur
Familiäres Umfeld: Vater: Franz T., Oberbahnrat
Mutter: Emma, geb. Sehsler
Ehe mit Leopoldine Masarik (*1886)
kinderlos
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Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
o.J.Militärdienst als einjährig Freiwilliger (Oberleutnant der Reserve)
o.J.Technische Hochschule Prag (nicht gesichert)
o.J.Praktikum bei Adalbert C. Swoboda (nicht gesichert)
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Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
ab 1912Mitarbeiter der Hochbauabteilung der städtischen Straßenbahnen
1922Vizeinspektor der städtischen Straßenbahnen
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Auszeichnungen und Ämter
1941Oberbaurat
o.J.Senatsrat
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Vita
Othmar Tichy wurde 1895 als Sohn eines höheren Bahnbeamten in einem kleinen Ort bei Olmütz in Mähren geboren. Weder über seine Schulzeit, noch über seine Ausbildung ist etwas bekannt. Da er jedoch vor seiner Übersiedlung nach Wien längere Zeit in Prag gemeldet war und er späterhin den Titel „Dipl.Ing.“ führte, ist ein Studium an der dortigen Technischen Hochschule höchst wahrscheinlich. Ab 1911 ist er in Wien als Architekt nachweisbar (Lehman, Wiener Adressbuch). Ein Jahr später erhielt er eine Anstellung als Adjunkt in der Hochbauabteilung der Wiener Städtischen Straßenbahnen, die damals von seinem Landsmann Ferdinand Rakuschan und dessen Stellvertreter Julius Joly geleitet wurde. In dieser Funktion war Tichy mit dem Bau und Umbau von diversen Anlagen, insbesondere Betriebsbahnhöfen, der Wiener Straßenbahn befasst.

Othmar Tichy, der in der Folge die üblichen Beförderungsstufen eines Magistratsbeamten durchlief, wurde schließlich Leiter der Hochbauabteilung der Wiener Straßenbahnen, der er die ganze Zwischenkriegszeit bis zur Erreichung seines Pensionsalters gegen Ende des Zweiten Weltkriegs angehörte. Tichy, dessen Ehe kinderlos geblieben war, ist im 76.Lebensjahr an den Folgen eines Herzleidens in Wien verstorben.
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Stellenwert
Othmar Tichy wird weitgehend im Zusammenhang mit einigen Betriebsanlagen der Wiener Straßenbahnen angeführt, wobei sein Name zumeist fälschlich mit Albert oder A. Tichy angegeben wird. Der Wiener Kommunalkalender von 1913 führt hingegen eindeutig Ferdinand Rakuschan, Julius Joly und Othmar Tichy als Mitarbeiter der Hochbauabteilung der Wiener Straßenbahnen an. Dieses Team war auch in den Jahren 1912-1915 für die Planverfassung des Betriebsbahnhofs Speising (Wien 13, Hetzendorfer Straße 188) mit angeschlossenem Verwaltungsgebäude und einer Wohnhausanlage verantwortlich. Das Verwaltungsgebäude, das einen gewissen Repräsentationsanspruch vermittelt, wurde relativ aufwändig in Anlehnung an die damals aktuelle Moderne gestaltet, wobei besonders dem Eingangsbereich große Aufmerksamkeit gewidmet wurde, dessen dekorative Ausgestaltung in der Art der Wiener Werkstätte erfolgte.

Während Tichy beim Betriebsbahnhof Speising nur als Mitarbeiter angeführt wird und daher eine genauere Zuordnung kaum möglich ist, wird er bei der Mitte der 20er Jahre errichteten Halle III und einer Sandtrocknungsanlage des Betriebsbahnhofs Rudolfsheim (Wien 15, Schwendergasse 51) als alleiniger Planverfasser angegeben. Auffallend ist die formale – auch in den Details – sehr sorgfältige Durchgestaltung der Wagenhalle in Anlehnung an die damalige kubistische Architektur (leider nach einer unsensiblen Renovierung sehr stark verändert), die sich möglicherweise durch Tichys Prager Ausbildung erklärt. Ganz sachlich funktionalistisch ist hingegen die Sandtrocknungsanlage in Eisenbeton, die in großer Nähe zur gängigen zeitgenössischen Industriearchitektur steht.
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Werke

ÖFFENTLICHE BAUTEN:
1912-1915Betriebsbahnhof, Verwaltungsgebäude und WHA der Straßenbahner Speising, Wien 13, Hetzendorfer Straße 188 (mit Julius Joly und Ferdinand Rakuschan)
1914-1915Straßenbahnbetriebsbahnhof, Wien 10, Gudrunstraße 153 (Mitarbeit)
1926-1928Betriebsbahnhofs Rudolfsheim (Halle III und Sandtrocknungsanlage) Wien 15, Schwendergasse 51
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Primärquellen

NACHLÄSSE UND ARCHIVE:
MA 8 (Meldearchiv); MA 43 (Grabprotokoll)
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Sekundärquellen

LITERATUR:
Kommunaler Wohnbau in Wien. Aufbruch 1923–34. Ausstrahlungen. (Ausst.Kat.), Wien 1978
L. Spängler: Die Städtischen Straßenbahnen. Wien 1928

NACHSCHLAGEWERKE:
Achl. III/2
Dehio Wien/2 (II.-IX.u.XX.Bez.); Dehio Wien/3 (X.-XIX.u.XXI.-XXIII.Bez.)
Wiener Kommunalkalender. Wien 1913ff
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Anmerkungen
Eingegeben von: Ursula Prokop
Eingegeben am: 29.01.2008
Zuletzt geändert: 04.06.2008
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