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Philipp Diamantstein

Persönliche Daten
Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
Vita
Stellenwert
Werke
Primärquellen
Sekundärquellen
Anmerkungen
Persönliche Daten
* 27.12.1891 - † unbekannt
Geburtsort: Lwiw
damaliger Name: Lemberg
Land: Ukraine
damaliger Name: Österreich-Ungarn
Sterbeort: 13.12.1938 abgemeldet in die USA
weitere Namen: Diamandstein
Religionsbekenntnis: Mosaisch
Berufsbezeichnung: Architekt und Stadtbaumeister
Familiäres Umfeld: Ehe mit Anna D. (*1896)
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Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
nicht bekannt
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Vita
Philipp Diamantstein wurde 1891 in Lemberg, Galizien, in der heutigen Ukraine geboren. Über seine Ausbildung ist nichts bekannt. Ab dem Jahr 1927 war Diamantstein jedenfalls in Wien gemeldet. Im Jahr 1934 wird er erstmals durch die Publikation seiner Arbeiten in der Fachzeitschrift „Österreichische Kunst“ fassbar. Beim Wettbewerb für das weitläufig geplante Strandbad in Hietzing mit zwei Schwimmbassins, Terrassencafés mit Promenade sowie einem Sportbecken mit Zuschauertribühnen erhielt er den ersten Preis. Besondere Anerkennung fand Diamantstein für das Tanklager „Romanova“ in Mannswörth bei Wien, NÖ. Weiters wird Diamantstein mit Möbelentwürfen bekannt.

Zwischen 1935 und 1937 realisierte er mit Clemens Holzmeister und Max Fellerer die sog. Assanierungsbauten auf den ehemaligen Freihausgründen in Wien 4, Rechte Wienzeile 7 und 9, Ecke Faulmanngasse.

Aufgrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten meldete sich Philipp Diamantstein, der jüdischer Herkunft war, am 13.12.1938 in die USA ab. Ab diesem Zeitpunkt verlieren sich alle Spuren.
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Stellenwert
Die Arbeiten von Philipp Diamantstein sind dem Trend der 30er Jahre gemäß von einer sachlichen und funktionalen Gestaltungsweise geprägt, die ihren ästhetischen Mehrwert aus einer klaren Proportionalität und Linienführung bezog. Das Tanklager in Mannswörth, bei dem Diamantsteins Frau Anna als Mitarbeiterin genannt wird, galt seinerzeit als das „technisch interessanteste dieser Art in Österreich […]. Durch das harmonische Aneinanderreihen der Tanks, Bauobjekte, Rohrleitungen usw. gelang es dem Architekten, ein gefälliges Gesamtbild der Anlage zu erreichen.“ (Österreichische Kunst, 1934)

Bei seinen Möbelentwürfen folgte Diamantstein dem Trend zu multifunktionalen Einrichtungsgegenständen. Ein Bücherschrank etwa ist mit einem Sekretär und einer Hausbar kombiniert und war „praktisch, vielseitig, raumsparend und elegant“. (Österreichische Kunst, 1934)

Die Wohnhäuser in der Rechten Wienzeile 7 und 9 sind rechts und links der Faulmanngasse fast spiegelbildlich ausgeführt. Das Haus Rechte Wienzeile 9 erhielt lediglich mit 6 Geschossen ein zusätzliches Stockwerk. Nachdem seine Mitarbeiter Clemens Holzmeister und Max Fellerer damals bereits bekannte und renommierte Architekten waren, muss freilich der Anteil Diamantsteins an den Entwürfen dahingestellt bleiben.

Jedenfalls zeigen seine Arbeiten ein großes architekturästhetisches Potenzial, das aufgrund der Emigration im Alter von 47 Jahren jedoch bei weitem nicht seine volle Entfaltung erreichen konnte.
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Werke

WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:
1934Kaufhaus Leopold Dichter, Wien 16, Brunnengasse 40 (später Kaufhaus Osei, 2007 abgerissen)
1935-1937Miethäuser, Wien 4, Rechte Wienzeile 7 und 9 / Faulmanngasse (= Assanierungsbauten „Freihausgründe“, mit Clemens Holzmeister, Max Fellerer )

INDUSTRIE-/GEWERBEBAUTEN:
1934Tanklager „Romanova“, Mannswörth bei Wien, NÖ

INNENRAUMGESTALTUNG/DESIGN:
Div. Möbelentwürfe

NICHT REALISIERTE PROJEKTE:
1934Hietzinger Strandbad, 1.Preis
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Primärquellen

NACHLÄSSE UND ARCHIVE:
IKG (keine Daten); WStLA (Meldearchiv)
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Sekundärquellen

HINWEISE AUF WERKE:
Österreichische Kunst
5.1934, H.2, S.30 (Modell Hietzinger Strandbad) / S.31 (Bücherschrank, Diele) / H.6., S.21 (Tankanlage „Romanova“)
8.1937, H.4., S.21, H.11, S.26 (Neubau auf den Freihausgründen)

NACHSCHLAGEWERKE:
Achl. III/1
Dehio Wien/2 (II.–IX.u.XX.Bez.)

LEXIKA:
Weihsmann 05
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Anmerkungen
Der bei Weihsmann 05 und im Meldearchiv registrierte Geburtsort Kulparkov bedeutet entweder den Namen einer Klinik in Lemberg (Großkrankenhaus Kulparkov) oder den Stadtteil Lwiw-Kulparkiw
Eingegeben von: Inge Scheidl
Eingegeben am: 01.10.2006
Zuletzt geändert: 17.04.2008
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